[ENG]
(Deutsch unten)
The discourse about migration and refugees in Europe has increasingly been framed as one relating to public security. European governments tell us that irregular migration happens because of criminal organized groups that traffic migrants to Europe, and that the only answer is to increase border enforcement, surveillance and the criminalization of movement.
The evidence on the ground however, shows that these measures do not deter people fleeing from violence or poverty, and choosing Europe as a safer destination. With legal migration routes being severely limited, the only way migrants and refugees can move is by hiring those who can facilitate border crossings: smugglers.
These so-called smugglers come from different backgrounds, are driven by various motives and operate in markedly varied ways shaped by specific geographies and context of migration. While some do not shy away from putting the lives of migrants in danger to increase their profit, many others actually decrease the dangers for migrants who don’t have knowledge of the area and of the dangers involved in border crossing.
In this talk we are going to look at different geographical points in and around Europe, to better understand some of the key aspects of this phenomenon. We will be joined by our guest, David L. Suber from the Centre of Criminology at the University of Oxford, who has studied the subject during his PhD and afterwards. David is a member of the international research network Border Criminology, heading the research group on facilitation and smuggling, and is engaged with different initiatives concerning the effects of counter-smuggling in Europe and the Middle East. The event is going to be in English, and we will provide a simultaneous translation to German via headphones.
[DE]
Die Debatte über Migration und Flüchtlinge in Europa wird zunehmend unter dem Gesichtspunkt der öffentlichen Sicherheit geführt. Die europäischen Regierungen erklären uns, dass irreguläre Migration durch kriminell organisierte Gruppen verursacht wird, die Migranten nach Europa schmuggeln, und dass die einzige Lösung darin besteht, die Grenzkontrollen und Überwachung zu verstärken und Migration zu kriminalisieren.
Die Erkenntnisse aus der Praxis zeigen jedoch, dass diese Maßnahmen Menschen, die vor Gewalt oder Armut fliehen und Europa als sichereres Ziel wählen, nicht abschrecken. Da legale Migrationswege stark eingeschränkt sind, bleibt Migrant*Innen und Flüchtlingen nur die Möglichkeit, diejenigen zu beauftragen, die ihnen die Grenzüberquerung erleichtern können: Schleuser.
Diese sogenannten Schleuser haben unterschiedliche Hintergründe, werden von verschiedenen Motiven angetrieben und arbeiten auf sehr unterschiedliche Weise, die von den jeweiligen geografischen Gegebenheiten und dem Migrationskontext geprägt sind. Während einige nicht davor zurückschrecken, das Leben von Migranten zu gefährden, um ihren Profit zu steigern, verringern viele andere tatsächlich die Gefahren für Migranten, die keine Kenntnisse über die Gegend und die mit dem Grenzübertritt verbundenen Gefahren haben.
In diesem Vortrag werden wir verschiedene geografische Standorte in und um Europa betrachten, um einige der wichtigsten Aspekte dieses Phänomens besser zu verstehen. Zu Gast ist David L. Suber vom Centre of Criminology der Universität Oxford, der sich während seiner Promotion und danach mit diesem Thema beschäftigt hat. David ist Mitglied des internationalen Forschungsnetzwerks Border Criminology, leitet die Forschungsgruppe zu Schleuserei und Schmuggel und engagiert sich in verschiedenen Initiativen zu den Auswirkungen der Bekämpfung von Schmuggel in Europa und im Nahen Osten. Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt, und wir bieten eine Simultanübersetzung ins Deutsche über Kopfhörer an.
