Universität Freiburg Kollegiengebäude IV

Rempartstraße 15
79098 Freiburg im Breisgau
Deutschland

Übungsraum I, Institut für Soziologie Uni Freiburg (5.Stock)

Alle paar Tage versucht ein Mann, seine Frau* oder (Ex-)Freund*in umzubringen, fast jede zweite Woche gelingt es einem. So werden monatlich in Österreich etwa drei Frauen* ermordet, womit Österreich europaweite Spitze erreichte. Bei dem überwiegenden Anteil der Frauen*morde bestand ein familiäres oder anderweitig nahes Beziehungsverhältnis. Die Zahlen auf internationaler Ebene sprechen ebenfalls für sich: Laut UNDOK-Report wurden 2017 87.000 Morde an Frauen* begangen, die zumeist auf brutalste Weise durch ihnen nahestehende Männer umgebracht wurden. Als globales Phänomen lässt sich Gewalt gegen Frauen* weder individualisieren noch als ‚Problem einer bestimmten Kultur' darstellen, sondern muss in seinem systemischen und gesellschaftlichen Charakter erfasst werden.

Mit dem Begriff des Femi(ni)zids wird auf die strukturelle Ebene dieser Gewalt gegen Frauen* verwiesen. Es handelt sich nicht um Einzeltaten, Familiendramen oder Verbrechen aus Leidenschaft, sondern um eine Zuspitzung gesellschaftlich verankerter Gewalt gegen Frauen*, die konstitutiv für aktuelle kapitalistische, vergeschlechtlichte Gesellschafts- formationen ist. Der Femi(ni)zid bildet dabei nur einen Aspekt im vielschichtigen Spektrum an Gewalt gegen Frauen*. Feministische Kämpfe wie ni una menos (Nicht Eine weniger) haben durch die Politisierung von Femi(ni)ziden den systemischen Charakter dieser Gewalt benannt und sind zu einer globale Bewegung geworden, die den feministischen Streik als Form politischen Protests und gesellschaftlicher Veränderung ergreift.

In dem Workshop soll sich gemeinsam dem Thema des Femi(ni)zids genähert und eine feministische, historisch-materialistische Perspektive auf Femi(ni)zide als theoretische Einbettung erarbeitet werden. Auf Grundlage dieser theoretischen Perspektive wollen wir die Notwendigkeit einer Politisierung von Gewalt gegen Frauen* ins Zentrum rücken und gemeinsam nach Verbindungen zu feministischen Streiks suchen, sowie nach deren Potenzialen für eine radikale Umwälzung aktueller patriarchaler, kapitalistischer Herrschaftsverhältnisse fragen. Dabei werden wir der Frage nachgehen, wie Femi(ni)zide in einer politischen Debatte aus einer feministischen, historisch-materialistischen Perspektive verstanden werden können, was das mit gesellschaftlichen Entwicklungen zu tun hat und welche Rolle Körper und das Ideal der bürgerlichen Kleinfamilie spielen.

Carina Maier und Ines Höckner sind Sozial- und Politikwissenschaftler*innen aus Wien, die sich mit Themen wie Femi(ni)zide, feministische Ökonomiekritik und -Gesellschaftstheorie, feministische Streiks oder autoritärem Neoliberalismus beschäftigen.

Der Versuch einer historisch-materialistischen Analyse von Gewalt gegen Frauen*
Themen

Veranstaltungen zum Feministischen & Frauen*streik 2020

Veranstaltungsreihe
-
Febr.
09

FÄLLT AUS: sofa statt tatort: Film Hannah Arendt von Margarethe von Trotta (2012)
für FLTI*

20:15
Feministisches Zentrum

Grethergelände 20
Freiburg im Breisgau 79098
Deutschland

Febr.
16

Erzählcafé
des Feministischen & Frauen*streik-Komitee

16:00
Febr.
17

Femi(ni)zide und die Notwendigkeit ihrer Politisierung
Der Versuch einer historisch-materialistischen Analyse von Gewalt gegen Frauen*

18:30
Universität Freiburg Kollegiengebäude IV

Rempartstraße 15
Freiburg im Breisgau 79098
Deutschland

Übungsraum I, Institut für Soziologie Uni Freiburg (5.Stock)
Febr.
26

Film: Female Pleasure

19:30
Förster*innen-cafe

Tennenbacher Straße 4
Freiburg im Breisgau 79104
Deutschland

Febr.
27

Film zum Thema feministische Kämpfe in der Bewegung und im Alltag

19:00
Luftschloss

Arne-Torgersen-Straße 24
Freiburg im Breisgau 79115
Deutschland

Febr.
27

Film: Audre Lorde – Die Berliner Jahre 1984 bis 1992
Eintritt frei

19:00
Kulturaggregat

Hildastraße 5
Freiburg im Breisgau 79102
Deutschland

Febr.
28

Feministische Kneipe und Basteln für den 8. März

18:00
¡adelante! - linkes zentrum

glümerstraße 2
Freiburg 79102
Deutschland

Febr.
29

Workshop: Liebe im Kapitalismus
In diesem Workshop wollen wir uns dem Thema Liebe politisch annähern. Zu unterschiedlichen Zeiten wurde unterschiedlich geliebt. Doch wie lieben wir eigentlich im Kapitalismus? Wie sind unsere Emotionen mit den gesellschaftlichen Verhältnissen verstrickt?

13:00
KTS - Kulturtreff in Selbstverwaltung

Basler Straße 103
Freiburg im Breisgau 79100
Deutschland

März
01

Erzählcafé
des Feministischen & Frauen*streik-Komitee

16:00
März
06

Veranstaltung zum politischen Streik
FAU Freiburg

19:00
tba
März
07

Vortrag: Angst um die Vormachtstellung: Vortrag von Rebekka Blum
Über die gesellschaftliche Einfluss und die Anschlussfähigkeit des Antifeminismus

20:15
susi-bewohner*innentreff

vaubanallee 2
Freiburg 79100
Deutschland

März
07

Dance & Strike
Warmtanzen und Besenfliegen für den Frauen*streik

22:00
susi-bewohner*innentreff

vaubanallee 2
Freiburg 79100
Deutschland

März
08

Raus zum Feministischen und Frauen-Streik am 8. März!

10:00
März
08

Demo zum Frauenkaumpftag
Diese Welt muss unser sein! Heraus zum internationalen Frauen*kampftag

16:00
Stühlinger Kirchplatz

Amalie-Gramm-Weg 1
Freiburg 79106
Deutschland

März
11

Die bedeutende Rolle der Frauenbewegung im Kampf gegen Faschismus in der Geschichte und heute

19:00
Quartiersladen im Stühlinger

Ferdinand-Weiß-Straße 117
Freiburg im Breisgau 79106
Deutschland

März
13

Stadtrundgang | Frauengeschichte(n) in der Vorstadt / Ein historischer Stadtrungang
Frauengeschichte zu Fuß und vor Ort – vielstimmig – feministisch – interaktiv

15:00
Adelhauser Klosterplatz; Eingang Kirche
März
28

Workshop: Selbstbewusst gegen Rechte und Repression (FLINT*)

15:00
tba