Der Arbeitskreis kritischer Juristinnen und Juristen (akj) in Freiburg ist ein Zusammenschluss von jungen Jurist*innen, die sich mit rechtspolitischen Themen kritisch auseinandersetzen. Wir sind undogmatisch, parteipolitisch ungebunden und verstehen uns als Sammelbecken für Menschen, die abseits vom juristischen Mainstream fortschrittliche und emanzipatorische Positionen entwickeln, diskutieren und vertreten wollen.

Uns verbindet der Wille, echte Demokratie zu verwirklichen. Daraus folgt für uns, dass illegitime Machtstrukturen abgebaut und diskriminierende Verhältnisse überwunden werden müssen.

Wir wollen uns nicht nur mit dem geltenden Recht, sondern auch mit dem Recht an sich und seinen gesellschaftlichen Funktionen kritisch auseinandersetzen. Dabei ist uns bewusst, dass das Recht zwar als Mittel der Emanzipation genutzt werden kann, aber immer auch Herrschaftsinstrument ist.

Demokratische Rechte und Freiheiten wollen wir verteidigen und ausbauen. Daher wehren wir uns insbesondere gegen staatliche Überwachung und Repression, wie zum Beispiel Polizeigewalt und die weitere Aushöhlung des Versammlungsrechts.
Wir wollen ein demokratisches, soziales und ökologisches Wirtschaftssystem und stehen daher insbesondere Privatisierungen sowie dem Abbau sozialstaatlicher Garantien als auch von Arbeiter*innenrechten ablehnend gegenüber. Angesichts der ungleichen Verteilung von Reichtum – aus nationalstaatlicher wie globaler Perspektive – halten wir darüber hinaus eine grundlegende Transformation der ökonomischen Verhältnisse für notwendig.

Wir lehnen jede Form von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, wie Rassismus und Antisemitismus, Sexismus und Homophobie ab. Die Abschottung Europas und den menschenunwürdigen Umgang mit Geflüchteten sehen wir als Ausdruck von rechtlich und institutionell abgesichertem Rassismus und Nationalismus. Sowohl rechtspolitisch als auch in unserer täglichen Praxis bemühen wir uns um die Überwindung von patriarchalen Strukturen und überkommenen Geschlechterrollen.

Als Gruppe von überwiegend Studierenden ist uns die Demokratisierung des Hochschulwesens besonders wichtig. Hochschulbildung soll kostenlos und für alle zugänglich sein. Insbesondere muss es möglich sein, ohne ein kommerzielles Repetitorium ein Jura-Examen zu absolvieren. Wir wollen eine stärkere studentische Mitbestimmung sowie eine offene, kritische und demokratische Studierendenvertretung – an Universität und Fachbereich. In Bezug auf Rechtswissenschaft und juristische Ausbildung machen wir uns für einen kritischeren Umgang mit dem Recht stark und lehnen die zunehmende Ausrichtung an wirtschaftlichen Verwertungsinteressen ab.

Zur Verwirklichung dieser politischen Ziele wollen wir auch mit anderen Gruppen zusammenarbeiten, die sich den gleichen Zielen verpflichtet fühlen.

Wir treffen uns wöchentlich zur Diskussion (rechts-)politischer Themen. Außerdem veranstalten wir Vorträge und nehmen zu aktuellen Entwicklungen Stellung. Zur freien Ausübung der Grundrechte wollen wir durch „Demobeobachtungen“ beitragen. Einmal im Jahr organisieren wir ein Gruppenpraktikum für Studierende bei kritischen Anwält*innen. Darüber hinaus organisieren wir Erstihütten und Partys und geben unsere Zeitschrift (die „Breitseite“) heraus.

Freiburg, August 2013

E-Mail
info@akj-freiburg.de

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