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Universität Freiburg Kollegiengebäude III

Platz der Universität 3
79098 Freiburg im Breisgau
Deutschland

HS 3044

Wir sind klimabewusst. Wir haben eine Erinnerungskultur. Freiheit und Frieden sind westliche Tugenden. Das erzählen wir uns über uns selbst und über die Gesellschaft, in der wir leben. Doch diese Geschichte stimmt nicht ganz, oder? Wir kaufen in Sweatshops hergestellte Kleidung, schrecken vor unserer Familiengeschichte zurück und haben als Gesellschaft ein Problem mit Rechtsradikalismus und Polizeigewalt. Unsere Selbsterzählung stimmt nicht mit der Realität überein. Kein Wunder also, dass wir in einer Identitätskrise stecken. Es ist Zeit, sich dieser zu stellen und herauszufinden, wer wir wirklich sind, sagt Alice Hasters – denn nur so können sich Menschen und Gesellschaften verändern. Identität ist eine Geschichte, die man sich über sich selbst erzählt. Eine Identitätskrise ist die Erkenntnis, dass diese Geschichte nicht mehr aufgeht. Alice Hasters überträgt das Konzept der persönlichen Identitätskrise auf unser westliches politisches System – mit überraschenden Erkenntnissen. Wer ihr in den Kaninchenbau folgt, wird die Welt mit anderen Augen sehen. Und sich selbst auch.

Alice Hasters wurde 1989 in Köln geboren. Sie lebt und arbeitet als freie Autorin, Moderatorin und Speakerin in Berlin. Sie war unter anderem für Deutschlandfunk Nova und das Jugendprogramm Funk tätig und entwickelte Social-Media-Formate für die Tagesschau und den RBB. Mit Maxi Häcke spricht sie im monatlichen Podcast Feuer & Brot über Feminismus und Popkultur. Ihr erstes Buch Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten (2019, hanserblau) stand über ein Jahr auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Für ihre Bildungsarbeit zum Thema Rassismus wurde sie 2020 zur Kulturjournalistin des Jahres gewählt.

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Vorlesungsreihe: Decolonial Feminism

Das studentische Komitee Feminism2Go des University College Freiburg veranstaltet von November bis Januar eine Vorlesungsreihe zu dekolonialem Feminismus. Dieser Fachbegriff impliziert die Überzeugung, dass die Ära des Kolonialismus noch nicht vorüber ist und immer noch Auswirkungen auf die Binarität und Parität der Geschlechter hat. Die gesellschaftspolitischen Werte, die in der Kolonialzeit etabliert wurden, sind auch heute noch wirksam und schaffen Hierarchien, die auf patriarchalen, kapitalistischen, rassistischen und anderen Ungleichheiten basieren. Diese Hierarchien sind zu hinterfragen und zu kritisieren: Wie überschneiden sich Formen von Diskriminierungsstrukturen aus der Kolonialzeit bis heute? Welche wissenschaftlichen und gesellschaftspolitischen Lösungen sehen wir für eine gerechtere Welt?

Eine Veranstaltungsreihe von Feminism2Go in Kooperation mit dem iz3w (für die Lesung am 07.12 von Alice Hasters aus ihrem Buch Identitätskrise”)

Eintritt frei

Vorlesungsreihe: Decolonial Feminism
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