Jacques und Enzo sind beide von früh auf tief mit dem Element Wasser verbunden. Den Gezeiten nach gibt der Ozean Enzo eine erfolgreiche Sportlerkarriere im Profi-Freitauchen, aber nimmt Jacques während seiner Kindheit den Vater bei einem Tauchunfall. Als sie später im Leben wieder aufeinandertreffen, beginnt zwischen den beiden ein Wettlauf in die Tiefe. Enzo ist die Spitze menschlichen Könnens in dieser Disziplin und der Tiefenrekordhalter, Jacques hingegen scheint in seiner Beziehung zum Wasser mehr als menschlich zu sein. Beides verstellt den Charakteren einen Zugang zur Gesellschaft der Landbewohner: Enzo findet keine Konkurrenz mehr unter ihnen, die ihn bei seinen Reisen ins Blau begleiten könnte, und Jacques schafft es nicht, dem Sturmsog seines Kindheitstraumas zu entkommen und aufzutauchen. Während sie sich zusammen immer weiter von der Welt über der Wasseroberfläche entfernen, wird klar: Sie suchen etwas von ihrem Selbst am Grund, tief unter den Wellen.
Luc Besson führt uns in diesem Werk an die Grenzen menschlicher Fähigkeit und zeigt uns, dass manchmal zwischen selbstauferlegtem Leistungsdruck und der Flucht vor Gesellschaft und den eigenen Gefühlen nur ein paar Momente liegen können. Zusammen mit der für diesen Film preisgekrönten Musik von Éric Serra werden wir in ein hypnotisierendes Unterwassermärchen transportiert.
Erik Schmitt
Gezeigt im Rahmen der Filmreihe: Die vier Elemente
Weitere Film dieser Reihe sind: Porträt einer jungen Frau in Flammen (21.10.2026), Im Rausch der Tiefe - Directors Cut (28.10.2026), Der fantastische Mr. Fox (04.11.2026), Wie der Wind sich ehbt (11.11.2026).
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