Nach dem Tod ihrer Schwester soll die Gräfinnentochter Héloïse gegen ihren Willen mit einem mailändischen Adeligen verheiratet werden. Da dieser sie vor der Heirat noch nicht gesehen hat, wird die Malerin Marianne damit beauftragt, heimlich Héloïse zu malen. Zwischen den beiden Frauen entwickelt sich eine tiefe Verbundenheit und Gefühle, für die das Frankreich des 18. Jahrhunderts keinen Platz kennt. Sie können ihre Zuneigung zueinander nur in der Sicherheit und im schummrigen Licht des heimischen Kaminfeuers zeigen.
Céline Sciamma hat mit Porträt einer jungen Frau in Flammen einen modernen Klassiker des queeren Kinos geschaffen. Mit einem minimalistischen Tondesign erschafft sie eine rohe, naturverbundene Geräuschkulisse, die die Beziehung von Marianne und Héloïse in den Mittelpunkt stellt. Dabei wird sowohl die therapeutische Kraft ihrer Beziehung zueinander als auch die dem entgegenwirkende patriarchale Struktur gezeigt. Porträt einer jungen Frau in Flammen bleibt ständig in dieser Zerreißprobe aus befreiender Abgeschiedenheit und drückenden Einflüssen von außen. Damit ist der Film in seinem Setting im 18. Jahrhundert hochaktuell. Trotz aller schlechter aktueller Nachrichten für die queere Community bleibt in Porträt einer jungen Frau in Flammen eine Hoffnung auf ein besseres Morgen, das durch das Verbünden von Frauen und Queers erreicht werden kann. Durch die wunderschönen Kulissen des 18. Jahrhunderts schreit eine Stimme: Bildet Banden.
Martin Böckler
Gezeigt im Rahmen der Filmreihe: Die vier Elemente
Weitere Filme dieser Reihe sind: Im Rausch der Tiefe - Directors Cut (28.10.2026), Der fantastische Mr. Fox (04.11.2026), Wie der Wind sich hebt (11.11.2026)
Alle Filme im Programm des aka-Filmclub werden in Originalversion mit deutschen Untertiteln gezeigt (Ausnahmen gekennzeichnet).
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