Slow Club präsentiert:
HUNDEFUTTER + VERBRENNUNG 3. GRADES + Finissage: MORGULA MORTENSON + BELLA BOXFISH

HUNDEFUTTER
Minimal Punk NDW Synth Punk Spoken Word
HUNDEFUTTER liefern den Soundtrack zur Brache am Himmel, Bewusstseinserweiternden Busfahrten und neuen Salben und Suppen vom Grill. Es sind skelettierte Songs ohne viel Melodie, dafür aber mit düsteren Synth-Bass-Schlaufen, zusammengehalten durch aufmunterndes Geklapper von der Rhythmussektion.
Das Minimal-Punk-Duo hat sich 2023 aus Verzweiflung in St. Gallen gegründet und besteht aus Raoul Doré (Schlagzeug, Xylophon, Glockenspiel, Bass Sequenzer) und Julia Kubik (Stimme, Saxofon). Pünktlich und passend auf das Jahr 2026 ist das Debut-Album »Flacher Teller« beim tollen Label Ichi Ichi erschienen.
https://hundefutter.bandcamp.com/album/flacher-teller
https://www.instagram.com/hundefuttergruppe
VERBRENNUNG 3. GRADES
Post Deutsch Punk
VERBRENNUNG 3. GRADES aka Salomé Käsemodel (2000 in CH Frauenfeld) ist Videografin, Musikerin und Filmstu dentin an der Zürcher Hochschule der Künste. Nach Jahren hinter der Kamera wagt sie sich nun auch musikalisch ins Rampenlicht.
Ihr Live-Debüt gab sie 2024 als Support der Schlager-Ikone Dagobert; zuletzt tourte sie als Support für Die Nerven. In ihren Arbeiten verhandelt sie Themen wie Katholizis mus, Queerness, Internetkultur, Wut und nicht zu letzt eine gesunde Portion Hass auf das Patriarchat. Und das ab jetzt als Band!
https://salomekaesemodel.com
https://verbrennung3grades.bandcamp.com
https://www.instagram.com/verbrennung3.grades
MORGULA MORTENSON + BELLA BOXFISH
Ab 21 Uhr Finissage: HAUS OF HORRORS + DER KLEINE LICHTBLICK
Freiburg ist eine Stadt der Ordnung.
Eine Stadt der Regeln – und vielleicht auch eine Stadt derer, die sie manchmal zu ernst nehmen.
Und doch: An beinahe jeder Straßenecke, inmitten der gepflegten Quartiere, tauchen sie auf – provisorisch, unscheinbar, manchmal beschriftet: Kisten, nein, kleine Ansammlungen von Dingen mit der simplen Geste „Zu verschenken“. Diese Objekte bewegen sich in einem prekären Zustand zwischen Gabe und Abfall. Was eben noch als Angebot im öffentlichen Raum stand, kann – durch Witterung, Zeit oder Eingriff – rasch zur unerlaubten Müllablagerung werden.
Die Grenze ist fragil. Und sie wird verhandelt: administrativ, ästhetisch, gesellschaftlich. Doch jenseits dieser Ordnungssysteme entfaltet sich eine andere Perspektive: die der Zirkulation, der Weitergabe, der stillen Übergabe ins Unbekannte.
Denn jedes dieser Dinge trägt eine Geschichte in sich – oder vielmehr: das Potenzial unzähliger Geschichten. Sie wurden benutzt, vielleicht geliebt, vielleicht vergessen. Sie wurden verschenkt, abgegeben, aus der Hand gegeben – und damit auch aus der Kontrolle ihrer ehemaligen Besitzer*innen entlassen. Was bleibt, ist eine Leerstelle.
Und genau hier setzen die Arbeiten von MORGULA MORTENSON und BELLA BOXFISH an.
BELLA BOXFISH
BELLA BOXFISH widmet sich in ihren Arbeiten der poetischen Rekonfiguration solcher Fundstücke. In kleinen, sorgfältig komponierten Dosen entstehen fragile Mikrokosmen, in denen sich disparate Fragmente zu neuen Narrationen verdichten.
Die Künstlerin arbeitet mit dem Prinzip des Fragments – nicht als Mangel, sondern als produktiven Zustand: Objekte werden neu angeordnet, verschoben, kombiniert und in alternative Ordnungen überführt.
So entstehen erzählerische Räume, die sich einer eindeutigen Lesbarkeit entziehen und gerade darin ihre Qualität entfalten. Sie eröffnen Möglichkeitsräume – zwischen Erinnerung und Projektion, zwischen Intimität und Distanz. Was einst beiläufig war, wird hier zur Bühne. Was überflüssig schien, erhält eine neue Präsenz.
MORGULA MORTENSON
Auch MORGULA MORTENSON greift auf gefundene Materialien zurück, verschiebt den Fokus jedoch stärker ins Narrativ und ins Körperliche und Politische. Ihre interaktive Installation – ein Puppenhaus – entfaltet sich als vielschichtiger Erfahrungsraum, der sich mit dem Alltagshorror weiblich sozialisierter Lebensrealitäten auseinandersetzt. In den einzelnen Räumen und Ebenen des Hauses verdichten sich Themen wie Reproduktionsarbeit, Schönheitsnormen und Objektifizierung zu einer räumlich erfahrbaren Dramaturgie.
Das Spielerische des Formats steht dabei in einem bewussten Spannungsverhältnis zu den verhandelten Inhalten: Zwischen Humor und Unbehagen, zwischen Wiedererkennen und Irritation entsteht ein Raum, der sowohl zugänglich, als auch verstörend wirkt.
Ergänzt wird die Installation durch Dark Pop Art Druckarbeiten sowie hybride Skulpturen aus anderen Zeiten, die sich aus dem gleichen Materialspektrum speisen: dem Ausrangierten, dem Übersehenen, dem Verworfenen. Auch hier zeigt sich das zentrale Moment der Ausstellung – die Transformation. Zum Glück mit einem Augenzwinken und mit viel Spielfreude.
„Haus of Horrors und der Kleine Lichtblick“ verhandelt damit nicht nur den Status von Dingen, sondern auch den von Erfahrungen. Zwischen Wegwerfen und Bewahren, zwischen Abwertung und Aufladung, zwischen Kontrolle und Loslassen entstehen neue Bedeutungsräume.
Und vielleicht liegt genau darin ihr leiser Widerstand: in der Behauptung, dass selbst im Übersehenen, im Ausgemusterten, im scheinbar Wertlosen noch etwas aufscheint – ein Rest von Möglichkeit, von Verarbeitungsprozessen und gemeinsamen Erfahrungen.
Einlass/Abendkasse: 21 Uhr
Beginn: ca. 22 Uhr
Eintritt: 15,-/13,-/11,-
Ermäßigung für Clubmitglieder und mit FreiburgPass
VVK: https://t.rausgegangen.de/tickets/hundefutter-verbrennung-3-grades-finissage-morgula-mortenson
Der Slow Club wird während der Konzerte rauchfrei sein.
An der Finissage kann auch ohne Veranstaltungsbesuch teilgenommen werden.
Begleitpersonen von Menschen mit Beeinträchtigungen erhalten kostenfreien Eintritt.
Infos zur Barrieresituation findet ihr hier: https://www.slowclub-freiburg.de/leitbild
Fotos: © Hundefutter + Verbrennung 3. Grades