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Yusuke Kafuku, ein Theaterschauspieler und Regisseur, der auch nach zwei Jahren den Verlust seiner geliebten Frau nicht überwinden kann, erklärt sich bereit, Onkel Wanja bei einem Theaterfestival in Hiroshima zu inszenieren. Dort lernt er Misaki kennen, eine introvertierte junge Frau, die sein Auto fahren soll. Zwischen den Fahrten werden Geheimnisse aus der Vergangenheit und Geständnisse preisgegeben. Der Film ist eine Verfilmung einer Kurzgeschichte von Haruki Murakami aus dem Band „Von Männern, die keine Frauen haben“. Der Regisseur Ryusuke Hamaguchi hält sich hier aber nur bedingt an die Vorlage: Aus rund 40 Seiten werden 3 Stunden, die wie im Flug vergehen, mit großartigen Schauspieler*innen, einem präzisen Drehbuch, das keines der vielen Themen, die sich während des Films ergeben, zu wenig Raum lässt und einem pointiert eingesetzten Soundtrack.

Die Essenz von Murakamis Geschichte liegt in dem Vertrauen, das das Leben von uns verlangt, wenn wir überhaupt etwas erreichen wollen. Es ist die gleiche Art von Vertrauen, die wir jedem Fremden entgegenbringen, der uns auf der anderen Seite einer zweispurigen Straße entgegenfährt, oder die Yusuke widerwillig der 23-jährigen Fahrerin entgegenbringen muss, die dem Regisseur in Hiroshima zugeteilt wurde, seit einer von den ehemaligen Regisseuren einen Menschen überfahren hat. Drive My Car ist sich nichts über diese Ungewissheit hinaus sicher, aber es kennt jeden Zentimeter von dem, was es hoffentlich niemals wissen kann, und ermutigt uns, unseren eigenen Trost in der Stille jenseits der Worte zu finden.

Der aka-filmclub zeigt im Großen Hörsaal der Biologie Drive My Car
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