Im Rahmen der Ausstellung Shelter von Sasha Huber und Petri Saarikko vermittelt der Schweizer Historiker und Aktivist Hans Fässler Hintergründe zu Hubers Langzeitprojekt Demounting Agassiz. Darin setzt sich die Künstlerin seit 2008 mit dem verdrängten Erbe des schweizerisch-amerikanischen Naturforschers und Rassentheoretikers Louis Agassiz (1807–1873) auseinander.
Die Zusammenarbeit von Huber und Fässler begann 2007, als sich die Künstlerin der von Fässler initiierten Kampagne Demounting Louis Agassiz als Komiteemitglied anschloss. Anhand von zwanzig Bildern zeichnet Fässler die Geschichte dieser besonderen Zusammenarbeit nach – von Haiti über Harvard bis Helsinki. Im Zentrum stehen Sklaverei und Rassismus, koloniale Erinnerung sowie Fragen der historischen Aufarbeitung und Wiedergutmachung.
Der Vortrag beleuchtet auch die in Shelter gezeigte Arbeit Tlingit Gletscher und Seen. Sie dokumentiert eine reparative Intervention, die Huber gemeinsam mit der indigenen Tlingit Community in Alaska zur Umbenennung eines nach Agassiz benannten Gletschers und mehrerer Seen entwickelte.
Im Anschluss diskutieren Hans Fässler und Sasha Huber über ihre langjährige Zusammenarbeit. In deutscher Sprache.
Hans Fässler ist Historiker, Aktivist und dekolonialer Stadtführer. Seit über 25 Jahren erforscht er die Verbindungen der Schweiz zu Sklaverei und Kolonialismus. 2019 gründete er das Swiss Committee on Reparations for Slavery (SCORES) und initiierte das CARICOM Compilation Archive.