Hebelschule

Engelbergerstraße 2
79106 Freiburg im Breisgau
Deutschland

Abed Schokry hat die Hölle in Gaza selbst erlebt. Er berichtet aus erster Hand. Vom Alltag zwischen Angst und Hunger. Von der verzweifelten Suche nach dem Nötigsten. Vom Zusammenhalt der Menschen. Und er spricht über das, was mit den Hörsälen und Schulen verschwindet: die Zukunft einer ganzen Generation. Kinder, die seit Jahren nicht zur Schule gehen. Studierende ohne Universität. Bildung und Kultur als Ziel der Zerstörung. Aber er sieht auch eine Vision auf Basis der widderständigen Kraft der palästinensischen Bevölkerung, genannt Sumud. Die kann allerdings erst Realität werden, wenn Deutschland und Europa nach Völkerrecht und Menschenrechten handeln, so wie es im Assoziierungsabkommen zwischen EU und Israel vorgesehen ist.

Prof. Abed Schokry wuchs mit elf Geschwistern in Gaza-Stadt auf. Nach seinem Abitur kam er 1990 nach Deutschland und studierte an der Technischen Universität Berlin Medizintechnik. Nach seiner Promotion kehrte er 2007 nach Gaza zurück und lehrte jahrelang an der Universität Gaza Arbeitswissenschaft und Qualitätsmanagement, zuletzt als Vizedekan. Im Oktober 2023 wurde seine Universität zerbombt. Über 200 Tage harrte er mit seiner Frau und fünf Kindern im Gazastreifen aus, mehrfach vertrieben, in Notunterkünften. 2024 gelang ihm die Flucht über Ägypten nach Deutschland. Viele seiner Verwandten und Bekannten sind unter den über 70.000 Getöteten. Heute lebt er in Bonn. 
 

Vortrag von Prof. Dr. Abed Schokry