"Über ihr Buch, ihre Eindrücke aus Syrien und ihren Blick auf die aktuelle Situation seit dem Sturz von Assad spricht die Autorin mit der Geschlechterforscherin und Vorständin der Freiburger Frauenrechtsorganisation AMICA e.V., Dr. Andrea Zimmermann."
Seit einigen Tagen bin ich wieder am Handy. Ich wache auf, ich esse, arbeite unkonzentriert, lese die Nachrichten. Ich rufe meinen Vater an. Mein Vater steht morgens auf, liest die Nachrichten, geht arbeiten, sitzt vor dem Fernseher. Assad ist weg. Das Regime ist gefallen. Das Regime, vor dem mein Vater – ein staatenloser jesidischer Kurde – 1980 aus Syrien floh. Ich kenne das Land von Besuchen bei meinen Großeltern in meiner Kindheit. Ein Land, in dem an jeder Ecke das Porträt des Diktators und seines Vaters hing, ein Land über das eine Familie herrschte wie ein Mafia-Clan. 54 Jahre lang.
Wenige Wochen nach dem Sturz Assads ist Ronya Othmann mit ihrem Vater nach Syrien gereist: auf den Spuren der jüngsten Ereignisse, durch ein Land, das sich selbst fremd geworden zu sein scheint. Und überall hat sie mit Menschen, gleich welcher Zugehörigkeit gesprochen – Menschen, die zwischen Angst und Hoffnung wieder an eine Zukunft glauben wollen.
Ronya Othmann, als Tochter einer deutschen Mutter und eines kurdisch-êzîdischen Vaters 1993 in München geboren, schreibt Lyrik, Prosa und Essays und arbeitet als Journalistin. Für ihr Schreiben wurde sie viele Male ausgezeichnet, u.a. mit dem Lyrik-Preis des Open Mike, dem MDR-Literaturpreis und dem Caroline-Schlegel-Förderpreis für Essayistik. Für Die Sommer, ihren ersten Roman, bekam sie 2020 den Mara-Cassens-Preis zugesprochen, für den Lyrikband die verbrechen (2021) den Orphil-Debütpreis, den Förderpreis des Horst-Bienek-Preises und den Horst Bingel-Preis 2022. Vierundsiebzig, ihr zweiter Roman, wurde für den Deutschen Buchpreis nominiert und mit dem Düsseldorfer Literaturpreis, dem Preis der SWR-Bestenliste 2024 sowie dem Erich-Loest-Preis 2025 ausgezeichnet.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit AMICA e.V. statt. Die Freiburger Frauenrechtsorganisation unterstützt Frauen und Mädchen in Kriegs- und Krisenregionen, derzeit in Syrien, in Libyen, in der Ukraine, in Bosnien und Herzegowina und in Ägypten. Mehr Infos: www.amica-ev.org
Sprache:deutsch
Barrieren: Das Gebäude ist über eine Rampe berollbar. Das 1. OG ist über einen Aufzug berollbar.
Der Veranstaltungsraum ist vom Hof aus bis vor die Bühne berollbar. Wenden Sie sich für den Zugang an die Person an der Abendkasse.
Die Veranstaltungen werden mit Mikrofon und Lautsprecher verstärkt. Es gibt keine induktive Höranlage.
Die Getränketheke ist für Rollstuhlfahrer:innen zugänglich.
Der ermäßigte Preis gilt sowohl für Personen mit Einschränkungen als auch für jeweils eine Begleitperson.
Es gibt kein Leitsystem für sehbehinderte Personen.
Blindenhunde oder andere Assistenzhunde sind willkommen. Bitte lassen Sie Ihren Hund zuhause, wenn Sie nicht darauf angewiesen sind.
Bei Fragen oder Rückmeldungen gerne eine Mail an kultur@fabrik-freiburg.de schreiben.
Toiletten:
Es gibt eine genderneutrale, berollbare Toilette im 1. OG, die mit dem Aufzug erreichbar ist. Sie ist mit einem PIN zu öffnen. Ansonsten gibt es mehrere Frauen- und Männertoiletten im Untergeschoss.