Von einigen linksradikalen Gruppen abgesehen, die Ende der 60er Jahre
Anschläge auf jüdische Einrichtungen verübten, war der Aufruf zum Mord an
Juden nach 1945 vornehmlich der extremen Rechten vorbehalten. Diese Zeiten
sind vorbei, neuerdings imaginieren gerade Linksradikale mit Parolen wie
»Death, Death to the IDF« und »Kill Zios« lustvoll antisemitische Gewaltfan-
tasien. Der Wandel vom Entsetzen über den nationalsozialistischen Vernich-
tungsantisemitismus hin zum Beklatschen der Massaker des 7. Oktobers und
zu Mordfantasien erfolgt mit bestem Gewissen – schließlich wollen die
Täterurenkel von heute mit dem Judenmord ihrer Vorfahren nichts zu tun
haben. Wie es sein kann, dass sich Gruppen, die sich als staats- und kapitalis-
muskritisch geben, im antisemitischen Ressentiment beim Volksstaat und
mörderischen Antizionismus landen, soll exemplarisch anhand der Schweizer
Gruppe Lotta und einigen Freiburger Beispielen gezeigt werden.
Es spricht Torsten Liesegang (Freiburg) vom Bündnis gegen Antisemitismus.
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