Suizid ist eines der letzten großen gesellschaftlichen Tabuthemen und dennoch alltägliche Realität. In Deutschland nehmen sich jedes Jahr mehr als 9.000 Menschen das Leben - weit mehr, als durch Verkehrsunfälle, Drogen oder Gewaltverbrechen sterben. Hinter dieser Zahl stehen Verzweiflung, Isolation und das Gefühl, keinen Ausweg mehr zu sehen. Hilfe zu suchen fällt vielen schwer, zu groß sind Scham, Angst und die Befürchtung, nicht verstanden zu werden.
Der Arbeitskreis Leben Freiburg e. V. (AKL) bietet Menschen in suizidalen Krisen, ihren Angehörigen und Hinterbliebenen niedrigschwellige Unterstützung und begleitet sie in schweren Lebenssituationen. Geleitet wird der AKL von Diplom Sozialarbeiter Stefan Hannen, der mit seinem Team aus hauptamtlichen Mitarbeiter:innen und ehrenamtlichen Krisenbegleiter:innen dort ansetzt, wo Hoffnung verloren scheint.
In seinem Vortrag gibt er Einblicke in die alltägliche Arbeit des AKL, in die Online Beratung U25, die sich speziell an junge Menschen richtet, sowie in die besonderen Herausforderungen der Begleitung von Menschen mit Suizidgedanken. Der Vortrag soll deutlich machen: Suizidprävention braucht Offenheit, Achtsamkeit und die Bereitschaft, hinzusehen - gerade dann, wenn das Leben ausweglos scheint.