Friedrich Wilhelm Murnau hat mit seiner Stummfilm-Adaption von Bram Stokers epochemachendem Roman Dracula einen für das Kino nicht minder einflussreichen Meilenstein geschaffen: Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens ist nicht nur einer der wichtigsten Filme der Weimarer Republik – er ist einer der ersten Vampirfilme aller Zeiten und prägt bis heute das gesamte Genre des Gruselfilms.
In der mit luziden Bildern erzählten Handlung des Films reist der blutsaugende und die Sonne meidende Graf Orlok getrieben von einem erotisch-dämonischen Verlangen nach der gleichermaßen schönen wie jungen Ellen in die fiktive deutsche Stadt Wisborg (Wismar), und richtet dort sein Unheil an.
Ein Unheil, das auch den Film selbst heimsuchte: Nosferatu blieb der einzige Film der Produktionsfirma Prana – er war ein katastrophaler finanzieller Misserfolg und Prana ging noch im Jahr der Veröffentlichung in Konkurs. Da der Produzent und Okkultist Albin Grau darüber hinaus keinerlei Filmrechte von Stokers Roman eingeworben hatte, entschied ein Gericht 1925, dass alle Kopien des Films vernichtet werden müssen.
Doch Nosferatu überlebte dank verschiedener, im Untergrund zirkulierender Schnittversionen und rief nur kurze Zeit nach seiner Veröffentlichung insbesondere bei den französischen Surrealisten große Faszination hervor. Für sie war Graf Orlok nicht bloß ein vulgärer Blutsauger, sondern die symbolische Brücke zwischen scheinbar gegensätzlichen Welten: Zwischen Traum und Wirklichkeit, zwischen Vernunft und Unvernunft, zwischen Dunkelheit und Licht. Nosferatu vermischt diese Welten und erschafft den Vampir als ihren Grenzgänger. Und zwar einen, der die Zuschauer*innen mit Blaise Pascal fragt: »Hörst du sie singen, die Kinder der Nacht?«
Ein Film aus dem Bestand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung (www.murnau-stiftung.de) in Wiesbaden. Gezeigt wird die restaurierte Fassung aus dem Jahr 2006 von Luciano Berriatúa.
In Kooperation mit dem Lektüreseminar zu Monster und Monströses
Alle Filme im Programm des aka-Filmclub werden in Originalversion mit deutschen Untertiteln gezeigt (Ausnahmen gekennzeichnet). Einlass ab 19.30 Uhr, Eintritt 1,50€ mit Mitgliedsausweis (beides ausschließlich an der Abendkasse erhältlich).
Mehr Informationen unter www.aka-filmclub.de
All movies are shown in original language with German subtitles. Doors open 19.30 pm, entrance fee 1,50€ with membership card.