Bob Fosses semi-autobiografisches Biopic folgt einem selbstzerstörerischen Choreografen und Regisseur, der zwischen Broadway-Proben, Filmsets, Pillen, Zigaretten und Krankenhausaufenthalten langsam an sich selbst zerbricht. Realität, Fantasie und Todessehnsucht verschwimmen dabei zu einem rauschhaften, schonungslos ehrlichen Abgesang auf künstlerischen Größenwahn – und auf einen Mann, der unfähig ist, sich selbst zu schonen.
All That Jazz ist ein Film, der jeden einzelnen seiner Mittel mit absoluter Präzision einsetzt. Der Schnitt – mitreißend, rhythmisch, fast musikalisch – verleiht dem Film eine Energie, die sich von der ersten bis zur letzten Minute hält. Das Production Design ist von atemberaubender Konsequenz: In einem Farbfilm werden Schwarz und Weiß auf eine Weise zelebriert, die dem Film eine visuelle Sprache gibt, die man so noch nie gesehen hat und so schnell nicht vergisst.
Roy Scheider, damals vor allem als Hauptdarsteller aus Jaws (1975) bekannt, liefert hier eine der mutigsten und komplexesten Darstellungen des New Hollywood – rastlos, charismatisch und zutiefst verletzlich. All That Jazz ist großes, schmerzhaftes Kino: ein Werk, das die Grenze zwischen Selbstdarstellung und Selbstzerstörung bis zur Unkenntlichkeit verwischt.
Dieser Film wird im Rahmen der Reihe “Forgotten New Hollywood” gezeigt. Weitere Filme dieser Reihe sind: Der Einzalgänger - Thief (19.05.2026), McCabe & Mrs. Miller (02.06.2026), und Blow Out (09.06.2026).
Alle Filme im Programm des aka-Filmclub werden in Originalversion mit deutschen Untertiteln gezeigt (Ausnahmen gekennzeichnet). Einlass ab 19.30 Uhr, Eintritt 1,50€ mit Mitgliedsausweis (beides ausschließlich an der Abendkasse erhältlich).
Mehr Informationen unter www.aka-filmclub.de
All movies are shown in original language with German subtitles. Doors open 19.30 pm, entrance fee 1,50€ with membership card.