Die jüngst breit rezipierte Auseinandersetzung mit dem Strafprozess gegen Dominique Pelicot und 50 weitere Männer, denen er seine damalige Frau Gisèle in betäubtem Zustand zur Vergewaltigung anbot, legt viele gesellschaftliche Fragen offen.
Manon Garcia hat mit ihrem Buch Mit Männern leben. Überlegungen zum Pelicot-Prozess (Suhrkamp 2025) einen maßgeblichen Beitrag zur Debatte geleistet.
In Mit Männern leben dokumentiert und analysiert Manon Garcia den Strafprozess, den sie als beobachtende Forscherin begleitete und rekonstruiert auf dieser Grundlage aus einer philosophisch-feministischen Perspektive die Verhältnisse, in denen Geschlecht, Sexualität und Gewalt ineinandergreifen. Daraus entwickelt sie eine reflexive Kritik an den normativen Grundlagen patriarchaler Gesellschaften. Ihre Analyse verbindet empirische Beobachtungen mit gesellschaftstheoretischer Deutung und regt dazu an, nicht an Relevanz verlierende Kritiken an Geschlechterverhältnissen und ihrer sozialen Verhandlung zu formulieren. Eine allein juristische Aufarbeitung genüge nicht, so ihre These, denn: „Kein Strafwesen wird umfassend, mächtig und effizient genug sein, damit Männer aufhören zu vergewaltigen“ (Garcia, 2025). Wie kann folglich ein Umgang aussehen?
Dazu kommt sie an diesem Abend ins Gespräch mit Prof. Dr. Sabine Flick von der Forschungsstelle Sexualität an der PH Freiburg.
Manon Garcia ist Juniorprofessorin für Praktische Philosophie an der Freien Universität Berlin und wurde 2025 mit dem Heinz Maier-Leibnitz-Preis von der DFG insbesondere für ihre Arbeit zur Theorie de Beauvoirs sowie zu Zustimmung und Einvernehmlichkeit im Kontext Sexualität gewürdigt.
Eine Veranstaltung der Forschungsstelle Sexualität (PH Freiburg) in Kooperation mit der Buchhandlung jos fritz und dem Goethe-Institut Freiburg