Wer wir sind und wofür wir kämpfen:

Wir sind das Frauenkollektiv, eine Gruppe von Frauen unterschiedlichen Alters, das es in mehreren Städten Deutschlands gibt. Wir haben verschiedene Erfahrungen und Lebensrealitäten - und dennoch verbindet uns etwas: Wir sind Frauen der Arbeiter:innenklasse und kämpfen gegen Patriarchat und Kapitalismus.

Dies bringt offensichtliche und weniger offensichtliche Besonderheiten mit sich. Uns allen wurden bestimmte Verhaltensweisen, Rollenbilder und Erwartungen vermittelt, die definieren, wie wir uns selbst als Frauen sehen (sollen) und wie wir von anderen wahrgenommen werden. Dabei ist „Frau sein“ für uns nicht eine von zwei binären Optionen, das binäre Geschlechtersystem ist wissenschaftlich überholt.

Um die gesellschaftlichen Umstände zu verändern und unsere persönlichen Erfahrungen zu reflektieren, organisieren wir uns im Frauenkollektiv und kämpfen für eine klassenlose Gesellschaft, in der es ein gleichberechtigtes Verhältnis zwischen allen Menschen gibt. Dabei machen wir Unterdrückungsverhältnisse und ihre Profiteur:innen sichtbar und unterstützen gleichzeitig Betroffene von vielfacher Ausbeutung und Unterdrückung.

Denn als Frauen sind wir alles andere als frei und gleichberechtigt. Tagtäglich erleben wir in dieser kapitalistisch–patriarchalen Gesellschaft, wie konservative Rollenbilder fortwährend zum Tragen kommen. Wir wehren uns seit Jahrhunderten dagegen, als das „schwächere Geschlecht“ bezeichnet zu werden. Wir wehren uns wenn über uns gewitzelt wird, wir weniger verdienen, wir weniger zu sagen haben oder von uns Gesagtes permanent in Frage gestellt wird. Wir schließen uns zusammen, wenn uns Gewalt in verschiedensten Facetten im Alltag begegnet und angetan wird.

Wir Frauen sind einer Mehrfachbelastung ausgesetzt. Von uns wird erwartet, dass wir ohne Widerworte die reproduktive Arbeit leisten, uns um Haushalt, Kindererziehung und Pflege von Angehörigen kümmern, und dabei immer dem Bild der perfekten Partnerin, Mutter und Karrierefrau entsprechen. Wir sollen unsere Körper vermarktbar machen, als verwertbare Arbeitskraft herhalten und dem gesellschaftlichen Schönheitsideal entsprechen. Das gilt beispielsweise für die Arbeitswelt oder die Darstellung von Sexualität, schlägt sich aber in allen Bereichen der Gesellschaft nieder. Unsere Bedürfnisse sollen wir dabei aus dem Blick verlieren. Es gibt unzählige Beispiele, die im Gesamten betrachtet die systematische Unterdrückung der Frau verdeutlichen.

Dieses System nennt sich Patriarchat. Unter dem Patriarchat verstehen wir die seit Jahrtausenden bestehende Unterdrückung aufgrund des Geschlechts, die sich in einer männlich dominierten Gesellschaft und der besonderen Ausbeutung von Frauen ausdrückt. Das äußert sich zum Beispiel darin, dass Frauen bei gleicher Arbeit geringere Löhne erhalten und öfter prekär beschäftigt sind.

Der Kapitalismus beruht auf der Unterdrückung von Arbeiter:innen und Frauen. Deswegen profitieren die Kapitalist:innen von der Unterdrückung der Frau. Der Kapitalismus hat die unbezahlte Reproduktionsarbeit von uns Frauen zu einem Teil seiner Produktionsweise gemacht. Er nutzt die Spaltung anhand der Geschlechter um dieses System aufrecht zu erhalten. Dementsprechend gehen Kapitalismus und Patriarchat Hand in Hand. Unser Kampf muss daher nicht nur gegen das Patriarchat, sondern immer auch gegen den Kapitalismus sein.

Uns ist bewusst, dass an alle Geschlechter Rollenbilder und Erwartungen gestellt werden. Männern wird dabei eine besondere Rolle zu Teil: Heute profitiert jeder Mann durch das Patriarchat, ob er sich dessen bewusst ist oder nicht.

In schwesterlicher Solidarität treten wir ein für eine Gesellschaft, in der wir nicht nur formal gleichgestellt sind, sondern in der diese Gleichberechtigung in unseren Lebensrealitäten ankommt! Gegen Patriarchat und Unterdrückung – Für Selbstbestimmung und Selbstverantwortung!

Wir organisieren uns gemeinsam als Frauen, bringen politische Aktionen hervor, stellen uns gegen dieses System und treten aus der Stille heraus. Wir stärken uns, indem wir Frauensolidarität leben und spüren. Wir wollen voneinander lernen und uns über unsere Rolle im Kampf gegen Patriarchat und Kapitalismus bewusst werden. Wir wollen uns austauschen, bilden und mit unseren Forderungen in die Öffentlichkeit treten.

Wir stehen zusammen und sind uns einig: Keine Frau ist allein mit dem was sie erlebt! Ein Angriff auf Eine von uns ist ein Angriff auf Alle von uns!

 

Als Teil der Föderation Klassenkämpferischer Organisationen arbeiten wir mit der Internationalen Jugend, Betriebskampf und dem Solidaritätsnetzwerk zusammen. Uns eint das gemeinsame Ziel für eine Gesellschaft jenseits des kapitalistischen Ausbeutungssystems zu kämpfen. Wir kämpfen für eine gesellschaftliche Zukunft die nicht nach dem Profit großer Konzerne organisiert ist, sondern nach unseren Interessen und Bedürfnissen. Diese Gesellschaft ist der Sozialismus.

Wir kämpfen für eine Zukunft in der wir die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen überwunden haben, in der Kriege, Patriarchat, Rassismus und jede Form der Spaltung und Diskriminierung der Vergangenheit angehören. Um diese Zukunft erreichen zu können, müssen wir uns zusammenschließen, organisieren und für unser Ziel gemeinsam kämpfen. Dazu müssen wir die Zersplitterung und Organisationslosigkeit unserer Klasse überwinden und eine starke und kämpferische Arbeiter:innenbewegung auf der Straße und überall dort, wo wir leben und arbeiten, aufbauen.

Unsere Politik findet daher überall dort statt, wo wir sind und wo wir Menschen aus unserer Klasse ansprechen können: In unseren Häusern, in den Vierteln, in den Betrieben, Unis und Schulen.

 

Regelmäßige Treffen:

Im feministischen Zentrum auf dem Grethergelände

3. Sonntag im Monat: 11 Uhr

4. Mittwoch im Monat: 17 Uhr

 

 

Instagram:

@frauenkollektiv79

@fkoonline

Webseite:

frauenkollektiv.de

föderation-klassenkampf.org

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