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Großer Hörsaal Biologie (Universität Freiburg - Biologie II/III)

Schänzlestraße 1
79104 Freiburg
Deutschland

Bear ist heimlich in seine langjährige Freundin und Arbeitskollegin Nikki verliebt, bringt jedoch nicht den Mut auf, ihr seine Gefühle zu gestehen. Als er auf ein mysteriöses Spielzeug stößt, das einen einzigen Wunsch erfüllen soll, wünscht er sich, von Nikki mehr als alles andere auf der Welt geliebt zu werden. Tatsächlich verändert sich ihr Verhalten schlagartig – doch aus der ersehnten Zuneigung entwickelt sich schon bald eine bedrohliche, grenzenlose Besessenheit.

Obsession ist dabei kein typischer Horrorfilm, der nur auf Jumpscares und Grusel-Klischees setzt. Mit moderner Bildsprache, schwarzem Humor und unangenehm intimen Momenten führt der Film vielmehr die tiefsten Ängste romantischer Beziehungen vor: die Furcht vor Zurückweisung ebenso wie vor Vereinnahmung; Kontrollverlust und einer Nähe, die keinen Raum zum Atmen mehr lässt. Das Übernatürliche macht lediglich sichtbar, was in manchen Beziehungen vielleicht bereits im Verborgenen lauert.

Dabei bleibt die Opferrolle bewusst ambivalent, denn der Film spielt sowohl mit dem Horror der terrorisierenden Besessenheit also auch mit der Beraubung von Selbstbestimmung. Hinter dem Bild der „verrückten, obsessiven Frau“ verbirgt sich deshalb eine tiefere Auseinandersetzung mit misogynen Vorstellungen von Liebe: Bear begehrt nicht Nikki als eigenständigen Menschen, sondern eine Version von ihr, die ausschließlich für ihn existiert. So erzählt Obsession letztlich vom Horror männlichen Anspruchsdenkens – und von der Gewalt, die entsteht, wenn Besitz mit Liebe verwechselt wird.

 

Benjamin Stoller

 

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