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»Daß Halbbildung aller Aufklärung und verbreiteten Information zum Trotz
und mit ihrer Hilfe zur herrschenden Form des gegenwärtigen Bewußtseins
wird – eben das erheischt weiter ausgreifende Theorie«, schrieb Theodor W.
Adorno 1959 zu Beginn seiner Theorie der Halbbildung. Im Vortrag wird
dargestellt, wie diese Notwenigkeit von einer ›Kritischen Erziehungswissenschaft/
Pädagogik‹ aufgenommen und zugleich verfehlt wurde. Das systematische
Festhalten vieler Vertreter dieser Strömung an der Vorstellung von Pädagogik
als ›Theorie einer Praxis‹ mit ungebrochen utopisch-emanzipatorischem Poten-
tial führt – zum Zeitpunkt ihrer Entstehung wie heute – dazu, dass Halbbildung
nicht nur gesellschaftlich unbewusst reproduziert, sondern durch Pädagogik
aktiv hervorgebracht wird.


Es spricht Sebastian Gräber (Trier), der im Bereich Erziehungswissenschaften
arbeitet. Er ist Mitherausgeber des 2025 erschienen Sammelbands Halbbildung.
Kritische Theorie der Pädagogik.

Zur Kritik der Kritischen Pädagogik