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Großer Hörsaal Biologie (Universität Freiburg - Biologie II/III)

Schänzlestraße 1
79104 Freiburg
Deutschland

„Das ist doch sonderbar, dass einem was weh tun tut, das gar nicht mehr da ist.“

Ein Bauernhof in Sachsen-Anhalt wird über vier Epochen hinweg zum Schauplatz der Geschichten verschiedener Frauen. Alma ist ein siebenjähriges Mädchen, das kurz vor dem Ersten Weltkrieg auf dem Hof aufwächst. Sie ist irritiert von einem ihr stark ähnelnden „Geistermädchen“ auf einer Totenfotografie. Direkt durch das Bild scheint der Blick des Geistermädchens Alma zu verfolgen, als würde es nicht längst bei den Toten weilen. Die Blicke bleiben über die verschiedenen Epochen. Egal ob Erika gegen Ende des Zweiten Weltkriegs uns anblickt, Angelika in der DDR das Kornfeld oder Nelly in der Gegenwart den Fluss: Immer scheint da etwas zu sein, das eigentlich nicht mehr da ist. 

In die Sonne schauen lässt im Verlauf des Films die Grenzen zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verschwimmen. Für Regisseurin Mascha Schilinski wird der Bauernhof zum transgenerationalen Speicherort, das Trauma wird in ihm über die Generationen hinweg vererbt. Wie ein mysteriöses Geistermädchen scheint sich das Unheil von seinem Ursprungszeitpunkt zu lösen und frei durch die Zeitebenen zu wandern. Am Ende jedoch entlarvt sich das Unheil als patriarchale Gewalt, die tief in den Wurzeln des Bauernhofs steckt, und die selbst dann weh tut, wenn sie eigentlich nicht mehr da ist. 

Alle Filme im Programm des aka-Filmclub werden in Originalversion mit deutschen Untertiteln gezeigt (Ausnahmen gekennzeichnet). Einlass ab 19.30 Uhr, Eintritt 1,50€ mit Mitgliedsausweis (beides ausschließlich an der Abendkasse erhältlich).

Mehr Informationen unter www.aka-filmclub.de

All movies are shown in original language with German subtitles. Doors open 19.30 pm, entrance fee 1,50€ with membership card.

©Neue Visionen
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