Das Archiv Soziale Bewegungen e.V. und Dejan Mihajlović laden in Zusammenarbeit mit Verdi zu einem Podiumsgespräch mit Vertreter:innen der serbischen Zivilgesellschaft ein.
Dabei geht es um die aktuellen Proteste gegen das autoritäre System in Serbien. Zusammen mit dem Publikum wollen die Veranstalter herausfinden, was wir in Deutschland von der serbischen Bewegung lernen können, um auch unsere Demokratie vor einem erstarkenden Autoritarismus zu schützen.
Zum Hintergrund
Die Welt ist aus den Fugen. Überall stehen Demokratien unter Druck. Sie werden von autoritären Kräften angegriffen, die ganz bewusst den gesellschaftlichen Zusammenhalt zerstören. Davon erhoffen sie sich, ihre menschenfeindlichen, antidemokratischen Ziele durchsetzen zu können. Diese Tendenz ist kein Schicksal. Es regt sich Widerstand.
Dabei sticht vor allem die Demokratiebewegung in Serbien heraus. Seit über einem Jahr arbeiten Aktivistinnen und Aktivisten unermüdlich daran, das korrupte Regime von Aleksandar Vučić zur Rechenschaft zu ziehen.
Ausgelöst wurden die bis heute andauernden Proteste am 1. November 2024. Damals stürzte das neu gebaute Vordach des Bahnhofs von Novi Sad ein, 16 Menschen starben. Die Protestbewegung sieht die Ursache für dieses Unglücks in der Korruption des autoritären Vučić-Regimes. Auch wenn Studierende den Kern der Protestbewegung bilden, gelingt es ihnen, weit über das akademische Milieu hinaus Menschen zu mobilisieren und den Druck auf das Regime jetzt schon über ein Jahr lang aufrecht zu erhalten.
Am 20. Februar kommen folgende serbische Aktivist:innen nach Freiburg um über ihre Erfahrungen zu berichten:
Raša Nedeljkov: Programmdirektor des Centers for Research, Transparency and Accountability (CRTA - https://crta.rs/en/), das sich seit 20 Jahren die Demokratisierung Serbiens auf die Fahnen geschrieben hat.
Nikolina Sinđelić: Unerschrockene Aktivistin, die bekannt dafür wurde, dass sie Marko Kričko, den Kommandanten einre Spezialeinheit, öffentlich anklagte, sie misshandelt und mit sexueller Gewalt bedroht zu haben.
Stevan Filipović: Filmemacher und Professor an der Fakultät für darstellende Künste in Belgrad. Im Sommer 2025 filmte er seine eigene Verhaftung während einer Protestaktion.