Diese Woche jeden Abend um 18 Uhr Kundgebung auf dem Platz der Alten Synagoge.
Am Donnerstag, 22.01. auf dem Europaplatz
Jin, Jiyan, Azadi!
Nachricht aus Kobanê 🔴
Von der Co-Bürgermeisterin Emîna Wêso und dem Co-Bürgermeister von Kobanê Fewaz Ehmed, Kobanê, 20.01.2026
„Was wir in Kobanê erleben, ist jenseits der Vorstellungskraft der Menschen. Noch bevor die
Angriffe begannen, wurden die Trinkwasserversorgung und die Elektrizität durch die HTS (Hayat Tahrir Al-Sham) unterbrochen. Etwa 400.000 Menschen haben keinen Zugang mehr zu diesen
elementaren Dingen. Hinzu kommt, dass die Stadt vollständig umzingelt ist. Im Norden von
Kobanê verläuft die türkische Grenze. Menschen, die sich dieser Grenze genähert haben, wurden
von türkischen Soldaten beschossen. Die HTS hat uns von drei Seiten eingeschlossen. Wir befinden
uns in einer sehr schwierigen Belagerungssituation.
Kinder, ältere Menschen, Menschen mit besonderen Bedürfnissen, Menschen mit Behinderungen sowie Menschen mit chronischen Krankheiten befinden sich in einer äußerst schwierigen Lage. In
der Stadt gibt es nicht ausreichend Medikamente. Tausende Kinder können nicht zur Schule gehen.
Darüber hinaus stehen Tausende junge Menschen aus Kobanê, die für das Leben, für die Welt und
für die Menschheit gegen die Dunkelheit gekämpft haben, heute einem möglichen Völkermord
gegenüber. Dennoch leisten sie weiterhin Widerstand – mit den geringsten verfügbaren Mitteln. Der türkische Staat und die Übergangsregierung der HTS bombardieren die Dörfer rund um Kobanê
schwer. Zu diesen Dörfern haben wir keinen Kontakt mehr; was dort geschieht, weiß niemand.
Die Grausamkeit und Brutalität, die sich im Umland von Kobanê abspielen, sind herzzerreißend.
Wenn ein Dorf überfallen wird, wird zuerst der Internetzugang gekappt und Telefone werden
beschlagnahmt. Finden sie auf den Telefonen auch nur die geringsten Anzeichen einer
Zusammenarbeit mit der Selbstverwaltung, werden die Menschen brutal massakriert.
Auch wir sind größtenteils von der Außenwelt abgeschnitten. Deshalb hoffen wir und rufen dazu
auf, dass alle demokratischen und friedliebenden Menschen, alle, die während des Widerstands
2014 an der Seite Kobanês standen, nicht schweigen und sich weltweit Gehör verschaffen. Wir in
Kobanê rufen so laut wir können – doch offenbar werden wir nicht gehört. 4.000 unserer
Kämpfer:innen aus Kobanê gaben ihr Leben, um die Menschheit zu verteidigen (gegen den IS).
Wir haben niemanden angegriffen. All unsere Bemühungen galten dem Frieden unserer Völker und
der Nachbarländer. Leider sehen wir heute, dass abgesehen von unseren eigenen Kräften und
unseren jungen Menschen, die sich im Rahmen der Generalmobilmachung verteidigen, sich nur
wenige sich laut an unsere Seite stellen. Wir sind Massakern und einem Genozid ausgesetzt. HTS-
Kämpfer veröffentlichen ständig Videodrohungen, in denen sie ankündigen, die Menschen in
Kobanê zu enthaupten.
Die Welt weiß, wer Kobanê ISIS besiegt hat. Die Bevölkerung von Kobanê hat das dunkle Projekt
des Islamischen Staates zum Scheitern gebracht. Doch heute sehen wir nur noch wenige von denen
an unserer Seite, die einst behauptet haben, solidarisch mit der Bevölkerung von Kobanê zu sein.
Als Bevölkerung von Kobanê haben wir entschieden: Wir werden Widerstand gegen den Genozid leisten. Wir werden uns, unsere Familien und die Errungenschaften unserer Revolution verteidigen.
Wir rufen alle erneut dazu auf, an der Seite der Menschen in Kobanê zu stehen, Solidarität zu
zeigen und Öffentlichkeit herzustellen. Das Schweigen um uns herum ist schlimmer als der Tod
selbst. Schweigt nicht!
Co-Bürgermeisterin und Co-Bürgermeister von Kobanê Emîna Wêso und Fewaz Ehmed, Kobanê, 20.01.2026“
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Info Peoles Caravan
People's Caravan has announced that it will be heading to Rojava from Europe starting today, calling on different sections of society to support Rojava.
Attacks on Rojava by Hayat Tahrir al-Sham (HTS), ISIS and Turkey-backed groups continue. In response to these attacks, Kurds and their friends in Kurdistan and around the world are continuing their actions and activities. RiseUp4Rojava, a network of revolutionary collectives in solidarity with the Rojava Revolution, on its Instagram post has called on different segments of society around the world to go to Rojava with People's Caravan campaign as part of the mobilisation.
The campaign's description, which includes contact details on the People's Caravan's official Instagram account, is as follows: “The Rojava Revolution is under existential threat. The President of the new Syrian jihadist regime Jolani wants the Kurds and peoples of North and East Syria to surrender everything that has been built.
We, as people from all organizations, ages, countries, call upon everyone – women, youth, internationalists, journalists, teachers, medics, revolutionaries, international and humanitarian associations, anyone who wishes to create free life in all regions of the world, to come with us on a convoy to the borders of Rojava. These borders put in place by authoritarian regimes are being broken down from all sides as Kurdish people rush in to be in solidarity with all peoples of North and East Syria.
We must now join them and go to the border of Kobane, a historic symbol of resistance against ISIS that was liberated by courageous women and men in 2014, which is now being encircled and once again under threat of being overtaken by fascist Islamist gangs.”
According to information shared on Instagram, people will gather from today onwards to travel to Rojava via four separate routes. The contact details provided for participation in the campaign, which will see people gather in North-East Germany, South-West Germany, France, Italy, Greece, Poland and Slovakia before travelling to Rojava, are as follows: "
Please contact us via
Signal: @caravankobane.15
+49 1521 4782023
KobaneCaravan@proton.me
if you wish to join, support, or help us with other tasks to make this caravan successful!”
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Dringender Aufruf zur humanitären Hilfe für Rojava
https://heyvasor.com/de/2026/01/19/dringender-aufruf-zu-humanitarer-hilfe-fur-rojava/
Heyva Sor a Kurdistanê ruft angesichts der jüngsten Entwicklungen in Rojava zu einer allgemeinen Mobilisierung für alle Regionen von Rojava auf. Zuvor hatten wir eine Hilfskampagne für die Stadtteile Halep Şêx Maqsud und Eşrefîye gestartet; diese wird nun auf ganz Rojava ausgeweitet.
Seit dem 6. Januar führen die syrische Regierung und mit der Türkei verbundene bewaffnete Gruppen schwere Angriffe auf kurdische Stadtteile in Aleppo durch. Die Angriffe haben sich auf viele Gebiete wie Tabqa, Raqqa, Deir ez-Zor und Tishrin ausgeweitet und bedrohen fast ganz Rojava und Nord- und Ostsyrien.
Seit Beginn der Angriffe wurden Hunderte Zivilist:innen getötet, darunter Frauen, Kinder und ältere Menschen. Tausende wurden verletzt. In diesen harten Wintertagen wurden Hunderttausende Kinder, Frauen und ältere Menschen vertrieben und auf der Suche nach Sicherheit gezwungen, zu fliehen.
Panzer, Artillerie und schwere Waffen wurden eingesetzt, was eine direkte Verletzung des internationalen humanitären Rechts darstellt. Hunderttausende Kurd:innen sind derzeit in ihrem Leben und ihrer Würde bedroht. Angreifende Dschihadist:innen richten ihre Artillerie- und Bombenangriffe rücksichtslos auf öffentliche Einrichtungen, Krankenhäuser und Privathaushalte.
Aufgrund dieser Angriffe sind Medikamente, Lebensmittel, Wasser und Strom knapp.
Als Antwort auf diese alarmierende humanitäre Krise startet Heyva Sor a Kurdistanê zusammen mit Partnerorganisationen in mehreren europäischen Ländern und den Vereinigten Staaten eine dringende Hilfskampagne für Rojava.
Mit der Unterstützung der Diaspora und aller Hilfsbereiten wird die gesammelte Hilfe über Heyva Sor a Kurd an Menschen in Rojava weitergeleitet, die von Vertreibung betroffen sind und dringend humanitäre sowie medizinische Hilfe benötigen.
Wir rufen alle Menschen mit Gewissen, insbesondere die kurdische Diaspora, dazu auf, an dieser Kampagne teilzunehmen. Jede Spende kann heute ein Leben in Rojava retten. Jede Spende gibt zehntausenden Kindern Hoffnung auf Leben.
Jetzt ist die Zeit, für Rojava zu helfen und aktiv zu werden.
HEYVA SOR A KURDISTANÊ
19.01.2025
Verwendungszweck : Rojava
(Bitte beachten! Durch eine Verfügung seitens der ADD Rheinland-Pfalz können wir keine Spenden aus dem Bundesland Rheinland-Pfalz annehmen. Bis zur Klärung der Sachlage umfasst keine unserer Hilfsaktionen dieses Gebiet.)