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All gender are welcome! Ort wird nach Anmeldung unter weltbeziehungen@posteo.de bekannt gegeben.

In diesem Workshop wird die Beziehung zu unserem eigenen Körper im Vordergrund stehen. Gemeinsam wollen wir erforschen, inwiefern wir gesellschaftliche Normen und Tabus verinnerlicht und verkörpert haben; wie Schamgefühle über unsere Körper und unsere A_Sexualitäten* unser Handeln beeinflussen können; und welche Wege wir gehen, um unsere Un-/Lust und Verletzlichkeit frei leben zu können.

Der Ausgangspunkt für unsere Auseinandersetzung ist die Ansicht, dass Macht- und Herrschaftsverhältnisse sich auf den kleinsten Winkel unseres Lebens auswirken, sogar bzw. insbesondere auf unsere A_Sexualitäten*. Hier zeigt sich besonders deutlich, wie sehr Individuum und Gesellschaft miteinander verknüpft sind und wie stark (vermeintlich) Privates und Politisches verschmelzen. In diesem Sinne geht es uns bei diesem Workshop nicht nur um das theoretische Erfassen von Herrschaftsverhältnissen, sondern auch um das praktische Er-/fühlen in unseren Körpern. Denn die Fesseln der Scham und gesellschaftlicher Tabus sind nichts, was wir nur mit unserem Intellekt bezwingen können.

Vulven* und Vulva-ähnliche Geschlechtsorgane unterliegen in westlichen Gesellschaften repressiven Normen und Schönheitsidealen und werden entweder tabuisiert und beschämt oder auf bizarre Weise pornografisiert. Realitätsgetreue Abbildungen von Vulven* und Klitorisschwellkörpern schaffen es z.T. noch nicht einmal in den Aufklärungsunterricht oder in Biologiebücher. Diese Unsichtbarmachung von Vulven* und Vulva-ähnlichen Geschlechtsorganen sowie die damit einhergehenden Normierungs- und Schamisierungsprozesse wollen wir kritisch hinterfragen:

Inwiefern sind Normen und Schönheitsideale bezüglich Vulven* entstanden und historisch geworden? Was bedeutet Verkörperung in diesem Kontext? Wie haben Macht- und Herrschaftsverhältnisse zu der Unsichtbarmachung von Vulven* und Vulva-ähnlichen Geschlechtsorganen beigetragen? Wie wirkt sich die (Un-)Wissen(-heit) (z.B. über Anatomie und Physiologie) auf unser Verhältnis zu unserem Körper und unseren Geschlechtsorganen aus? Welche Sprache/Nicht-Sprache/ oder Sprachlosigkeit haben wir erlernt, um über unsere Sexualitäten* zu sprechen bzw. zu schweigen? Wie können wir eine liebevolle Haltung unseren Körpern gegenüber entwickeln – frei von Ansprüchen und Erwartungen darüber wie wir sein sollten?

Kurz gesagt: Mit diesem Workshop wollen wir u.a. zu einem persönlichen Austausch einladen (alles kann, nichts muss!) und auf eine verletzliche und/oder lustvolle Weise sex-education praktizieren, um die Lücken unseres Sexualkundeunterrichts von damals zu schließen. Das Wissen, das Sprechen und der Austausch über A_Sexualitäten*, Vulven* und Vulva-ähnliche Geschlechtsorgane, das Fühlen und Reinspüren, das Weinen und Lachen mit ihnen, ist für uns ein politischer Akt der Selbst- und Kollektivermächtigung.

Dieser Workshop wird von Lynn Josefine und Stella Rutkat vom aufbegehren! Kollektiv begleitet, weitere Infos zum Kollektiv findet ihr unter: https://www.aufbegehren.org/
 

http://www.genderstudies.uni-freiburg.de/Projekte/workshopreihe-2019-welt-beziehungen-herrschaftsfrei-leben

https://www.facebook.com/weltbeziehungen

aus der Workshop-Reihe "Welt-/Beziehungen herrschaftsfrei leben"
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