Slow Club präsentiert:
𝕳𝖎𝖊𝖗 𝖇𝖎𝖓 𝖎𝖈𝖍 𝕸𝖊𝖓𝖘𝖈𝖍, 𝖍𝖎𝖊𝖗 𝖉𝖆𝖗𝖋 𝖎𝖈𝖍 𝖘𝖊𝖎𝖓
Vernissage

Stacheln, Gitter, Steine, Zäune, Stufen, Armlehnen, Schrägen, Barrieren, Einlass, Regeln:
Räume und auch deren Architektur, sie sprechen.
Oft leise, oft beiläufig, doch mit klarer Wirkung.
Sie strukturieren Bewegung, lenken das Verhalten oder verteilen Zugehörigkeit.
Wer darf bleiben?
Wer wird weitergeschoben?
Wer verschwindet aus dem Bild?
Die Gruppenausstellung 𝕳𝖎𝖊𝖗 𝖇𝖎𝖓 𝖎𝖈𝖍 𝕸𝖊𝖓𝖘𝖈𝖍, 𝖍𝖎𝖊𝖗 𝖉𝖆𝖗𝖋 𝖎𝖈𝖍 𝖘𝖊𝖎𝖓 versammelt künstlerische Positionen, die diese oft unsichtbaren Mechanismen sichtbar machen. Im Zentrum steht die Auseinandersetzung mit defensiver Architektur – jenen Strategien, die öffentlichen Raum scheinbar ordnen, tatsächlich aber selektieren. Was als Design erscheint, ist häufig Kontrolle. Was als Verbesserung verkauft wird, ist nicht selten Verdrängung. Dabei reicht das Spektrum der Arbeiten von dokumentarischen Beobachtungen bis zu spekulativen, poetischen und körperlich erfahrbaren Interventionen, Skulpturen, Objekten, Fotografien und Videoarbeiten untersuchen reale Stadträume – von Freiburg über Karlsruhe und Stuttgart bis nach München oder über Düsseldorf und Essen bis nach Hamburg und auch bis nach Weimar, Chemnitz, Berlin.
Mehrere Positionen arbeiten mit Aneignung und Umdeutung alltäglicher Strukturen. Beteiligung wird versprochen und gleichzeitig unterlaufen.
Systeme zeigen sich als geschlossen, obwohl sie Offenheit simulieren. Besonders deutlich wird dies in Arbeiten, die sich mit Wohnungslosigkeit und urbaner Verdrängung auseinandersetzen. Dokumentationen, Erinnerungsräume und künstlerische Interventionen machen sichtbar, was oft übersehen oder aktiv verdrängt wird: dass öffentlicher Raum nicht für alle gleichermaßen zugänglich ist. Dass Armut nicht verschwindet, indem man sie unsichtbar macht. Dass Gestaltung und Raum politisch sind.
Gleichzeitig entstehen Gegenräume. Gemeinschaftliche Gesten, die Fürsorge, Erinnerung und Solidarität sichtbar machen, wenn auch oft nur für einen Moment. Diese Arbeiten widersprechen der Logik der Verdrängung, indem sie Nähe herstellen, wo Distanz vorgesehen ist.
Ein Raum:
Das von Schließung und Abriss bedrohte Vereinsheim des Slow Club, dem Verein für notwendige kulturelle Maßnahmen, in dem unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen und neue Formen des Zusammenlebens denkbar werden. Vielleicht die, sicher aber eine der letzten Ausstellungen in diesem soziokulturellen Zentrum für Freiburg im Breisgau. Die Frage, die sich durch alle gezeigten Arbeiten der Ausstellungen zieht, ist ebenso einfach wie grundlegend: Wie wollen wir Räume gestalten – und für wen?
Künstler*innen:
BELLA BOXFISH, STEPHANIE GOLDENBAUM, LILLI HÜTTL, JANITA-MARJA JUVONEN, DAVID KEREKES, MARLEEN KÖLMEL, SÉVÉRINE KPOTI, PHILIP JAN KRAJEWSKI, SOPHIE ISABELLE LÖHR, LEVI MUGURUZA, LEONARD EZRA SAILER, KIM STARK und ADAC
Kuration:
PHILIP JAN KRAJEWSKI,
DOROTHEE ANNETTE KREUZER,
LEONARD EZRA SAILER
Der Eintritt ist frei – über Spenden für notwendige kulturelle Maßnahmen freuen wir uns! 🖤
Um 21 Uhr öffnet die Abendkasse für das Konzert im Anschluss mit
FLIEHENDE STÜRME + MALATESTA + Aftershow w/ BLEAKPHIL
Die Veranstaltung ist im VVK ausverkauft, es wird in jedem Fall noch Tickets an der Abendkasse geben.
Vernissage: 30. Mai 2026
Midissage: tba
Finissage: 15. August 2026
Die Vernissage fndet im 1. OG statt und ist leider nur über Treppen erreichbar.
Infos zur Barrieresituation findet ihr hier: https://www.slowclub-freiburg.de/leitbild