Platypus organisiert:
Exkursion und Pub Night: Bedeutung des badischen Aufstands für die 1848er Revolution
Treffpunkt: Tram-Haltestelle Wiesenweg (Günterstal)
Ablauf:
15:00 Wanderung von Günterstal entlang der damaligen Schlachtfelder (Treffpunkt Tram-Haltestelle Wiesenweg)
ca. 17:00 Führung der historischen Dioramen in der Zinnfigurenklause im Schwabentor
ca. 18/19:00 Pub night im Kastaniengarten (bei gutem Wetter) oder im Atlantik (bei schlechtem Wetter)
Falls ihr uns verpasst, sind wir auch spontan erreichbar unter platypusfreiburg@gmail.com
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Kurzankündigung:
Im April jährt sich der badische Aufstand, der ein bedeutender Moment der Revolution von 1848 darstellte. Wir wandern vom Schauplatz der Schlacht bei Günterstal zum Schwabentor entlang der historischen Orte, an denen der Aufstand sein militärisches Ende fand. Wir möchten über das radikaldemokratische Revolutionsverständnis von Hecker reden, und das komplexe Verhältnis radikaldemokratischer, republikanischer, sozialistischer und kommunistischer Gruppen auf der revolutionären Linken in der Revolution von 1848.
Anhand von ausgewählten Texten and an historischen Orten stellen wir uns Fragen wie:
- Was ist die Bedeutung von Hecker für die Linke?
- Wie setzt sich der revolutionäre Voluntarismus der badischen Republikaner in der Linken historisch fort?
- Ist der badische Aufstand symptomatisch für das Scheitern der revolutionären Linken in Deutschland?
Texte zur Vorbereitung (nicht verpflichtend, aber empfehlenswert):
- Forderungen der Heidelberger/Offenburger Volksversammlung (26.03.1848)
- Forderungen der Kommunistischen Partei in Deutschlan (Marx/Engels, 21./29.03.1848)
- Friedrich Hecker: Abschiedsworte an das deutsche Volk (April 1848)
- Marx: Über Hecker (Oktober 1848)
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Langankündigung:
Das Scheitern der republikanischen Fraktion im Frankfurter Vorparlament, bedeutete für die badischen Radikalen um Friedrich Hecker, Gustav Struve und Co., dass die freie Republik ohne Fürsten nur mit einem bewaffneten Volksaufstand erstritten werden kann. Nachdem Hecker in Konstanz die Republik ausrief, sollten die Massen der Bevölkerung sich seinem Zug nach Karlsruhe, der Residenz des badischen Großherzogs, anschließen. Ein paar Tausend Freischärler schlossen sich dem Heckerzug an, der in mehreren Kolonnen durch den Schwarzwald und entlang des Hochrheins, sich in Freiburg vereinigen sollte. Die zahlenmäßig unterlegene und schlecht ausgerüstete republikanische Armee wurde in wenigen entscheidenden Gefechten aufgerieben, noch bevor sie Freiburg erreichen konnte.
Wir wandern vom Schauplatz der Schlacht bei Günterstal zum Schwabentor entlang der historischen Orte, an denen der Aufstand sein militärisches Ende fand.
Kurz nach dem Hecker am 20. April bei Kandern geschlagen wurde, erlitt die Kolonne von Franz Sigel, die sich von Hecker in Donaueschingen getrennt hatte, am 23. April bei Günterstal eine vernichtende Niederlage, womit der Aufstand frühzeitig sein militärisches Ende fand. Mit der Erstürmung von Freiburg einen Tag später, stellten Bundestruppen, die fürstliche Kontrolle über den Südwesten wieder her. Die Deutsche Demokratische Legion, ein Gruppe deutscher Exilanten im französischen Exil um Georg und Emma Herwegh, die den Aufständischen zur Hilfe eilen wollten, wurde kurz nach der Rheinüberquerung aufgerieben.
Wir möchten über das radikaldemokratische Revolutionsverständnis von Hecker reden. Für ihn ging es um die entschiedene Tat und den Mut des Handelns.
Sein Voluntarismus findet sich wieder bei August Willich wieder, der als ehemaliger preußischer Offizier, das militärische Kommando über die republikanischen Freischärler hatte. Friedrich Engels diente als Willichs Adjudant während der Reichsverfassungskampagne in 1849. Und Willich war später im Londoner Exil Mitglied in Marx und Engels Bund der Kommunisten, wo zusammen mit Karl Schapper er die aktionistische Fraktion bildete und Marx sogar zum Duell herausforderte.
Die personellen Verflechtungen bieten nicht nur Anekdoten, sondern sind ein Hinweis auf das komplexe Verhältnis radikaldemokratischer, republikanischer, sozialistischer und kommunistischer Gruppen auf der revolutionären Linken 1848.
Anhand von ausgewählten Texten and an historischen Orten stellen wir uns Fragen wie:
- Was ist die Bedeutung von Hecker für die Linke?
- Wie setzt sich der revolutionäre Voluntarismus der badischen Republikaner in der Linken historisch fort?
- Ist der badische Aufstand symptomatisch für das Scheitern der revolutionären Linken in Deutschland?