Als das Baugebiet Kleineschholz von der Stadt Freiburg ausgeschrieben wurde, war das vorrangige Kriterium für den Zuschlag die Gemeinwohlorientierung. "Baulöwen müssen draußen bleiben" titelte die Badische Zeitung seinerzeit. In diesem Jahr beginnt auch die Grundstücksvergabe des Stadtteils Dietenbach. Auch hier will man über spezielle Regularien verhindern, dass der Grund und Boden irgendwann einmal wieder in die Hände von Privatinvestoren gerät und damit Objekt von Spekulation wird. Aber gemeinderätliche Mehrheiten können sich ändern und niemand weiß, ob die Kommune in späteren Zeiten ihre Möglichkeiten ausschöpfen wird, um die weitere soziale Nutzung der Grundstücke zu sichern. Wir erinnern uns allzu gut an den städtischen Versuch von 2006, die kommunale Wohnungsbaugesellschaft komplett zu verkaufen. Wie also kann eine gemeinnützige Bewirtschaftung von Grund und Boden nachhaltig sein und dadurch sozial bleiben?
Vergesellschaftet, vergemeinschaftet, gemeinwohlorientiert? -
Zur Kritik des Privateigentums und mögliche Alternativen
Vortrag & Diskussion mit Sabine Nuss, Berlin
Vor diesem Hintergrund lädt der Bauverein “Wem gehört die Stadt” zu Vortrag & Diskussion mit der Berliner Publizistin Dr. Sabine Nuss. Die Politikwissenschaftlerin beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit den destruktiven Auswirkungen von Privateigentum und freiem Markt auf das soziale Gefüge unserer Gesellschaft und ihrem Verhältnis zur Natur. Sie nimmt unsere Vorstellung von Eigentum grundlegend auseinander und zeigt, welche Machtverhältnisse hinter der Ideologie des Privateigentums stehen und wie das dazu führt, dass soziale, nachhaltige und an allen Menschen gleichermaßen versorgungsorientierte Strukturen des Eigentums kaum noch denkbar, bzw. diskreditiert sind. Anhand aktueller Auseinandersetzungen im Kontext der Wohnungskrise in Berlin erläutert sie die Forderung sozialer Bewegungen nach "Vergesellschaftung" von Grund und Boden, nicht nur als Alternative zu Privateigentum, sondern auch als Alternative zu Gemeineigentum.
Dr. Sabine Nuss ist Publizistin, Podcasterin und Autorin mehrerer Bücher zum Thema Eigentum und Kritik des Kapitalismus. Zuletzt erschien von ihr das Buch "Der verdrängte Kapitalismus. Möglichkeiten und Grenzen einer antifaschistischen Wirtschaftspolitik". Ihre Arbeiten sind dokumentiert unter sabinenuss.de.
Der Eintritt ist frei!