Ausstellungszeitraum: 12.02.26-26.03.26
Herzliche Einladung zur Eröffnung der Ausstellung mit Fotografien und Gedichten von Arend Heim, der nach einer Covidinfektion schwer an ME/CFS* erkrankte.
Bedächtig und lebendig begleiten Judith Neumeyer und Darius Matthies den Abend mit poetischen und musikalischen Impulsen und öffnen dabei einen behutsamen Raum für gemeinsames Austauschen. Ergänzt wird der Abend durch einen persönlichen Einblick der Selbsthilfegruppe Freiburg sowie eine politische Annäherung durch die Initiative ME/CFS Freiburg – eine Initiative zur Anerkennung, sozialen Sicherung, Behandlung und Erforschung von ME/CFS.
Für viele ist ME/CFS oder Long COVID ein fremdes, vielleicht auch beunruhigendes Thema. Gerade darum möchten wir zu dieser Ausstellung einladen – um Brücken des Verstehens zu bauen, eigene Unsicherheiten zu überwinden und Betroffene in ihrer Lebenswirklichkeit zu begleiten und sichtbar zu machen.
Seit über 3 Jahren ist Arend, ein junger Naturfotograf und Ornithologe, nun schon in der Pflege seiner Eltern in Chemnitz. Als sein Körper durch die Erkrankung immer weniger Kraft hatte und er sein Zimmer – und nun auch das Bett – nicht mehr verlassen konnte, veränderte sich auch seine Kunst. Aus Naturfotografien wurden Heim-Naturfotografien: das Schattenspiel auf dem Holzfußboden, das Licht hinter einer Jalousie. Als selbst das Fotografieren zu schmerzhaft wurde, entstanden seine „Naturfotografien des Geistes“– kurze Gedichte über Loslassen und Hingabe, Angst, Vertrauen und stille Wunder.
Die Ausstellung und ihre feierliche Eröffnung zeigen und bezeugen diese wortgewebten und bildgewandten Einblicke in ein stilles, radikal verändertes Leben. Sie sind leise und zugleich kraftvolle Zeugnisse eines inneren Raumes, der sich trotz – oder vielleicht gerade wegen – tiefster Begrenzung öffnet. Seine Texte sind ehrlich, verletzlich und dem Leben zugewandt und erinnern uns daran, dass Mitgefühl oft im Mut beginnt, Unbekanntem zu begegnen.
Kommt vorbei, lasst euch berühren und inspirieren, und nutzt die Gelegenheit zum Austausch – für euch selbst oder vielleicht für jemanden, der von ME/CFS oder Long COVID betroffen ist. Im Anschluss an die Eröffnung gibt es Raum für Gespräch, ruhige Betrachtung, Getränke und Snacks.
Möge der Abend und die Ausstellung Verbindung bringen, Unsicherheiten nehmen, Trost schenken und Kraft geben.
*ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/ Chronisches Fatigue-Syndrom) ist eine schwere neuroimmunologische Multisystemerkrankung, die häufig zu hoher körperlicher Behinderung führt. Rund 80 % der Fälle entstehen nach Infektionen; betroffen sind in Deutschland mindestens 620.000 Menschen – darunter ca. 80.000 Kinder. Trotz WHO-Anerkennung seit 1969 fehlt bis heute eine angemessene Versorgung.
Link: rest-room@riseup.net
Barrieren:
2 Stufen am Eingang, deutsch
Eintritt frei (über Spenden für Raum, künstlerische Arbeit und Organisation freuen wir uns sehr)