Großdemo am Samstag 31.01. um 13:30!
Jin, Jiyan, Azadi!
Nachricht aus Kobanê 🔴
Von der Co-Bürgermeisterin Emîna Wêso und dem Co-Bürgermeister von Kobanê Fewaz Ehmed, Kobanê, 20.01.2026 „Was wir in Kobanê erleben, ist jenseits der Vorstellungskraft der Menschen. Noch bevor die Angriffe begannen, wurden die Trinkwasserversorgung und die Elektrizität durch die HTS (Hayat Tahrir Al-Sham) unterbrochen. Etwa 400.000 Menschen haben keinen Zugang mehr zu diesen elementaren Dingen.
Hinzu kommt, dass die Stadt vollständig umzingelt ist. Im Norden von Kobanê verläuft die türkische Grenze. Menschen, die sich dieser Grenze genähert haben, wurden von türkischen Soldaten beschossen. Die HTS hat uns von drei Seiten eingeschlossen.
Wir befinden uns in einer sehr schwierigen Belagerungssituation. Kinder, ältere Menschen, Menschen mit besonderen Bedürfnissen, Menschen mit Behinderungen sowie Menschen mit chronischen Krankheiten befinden sich in einer äußerst schwierigen Lage. In der Stadt gibt es nicht ausreichend Medikamente. Tausende Kinder können nicht zur Schule gehen.
Darüber hinaus stehen Tausende junge Menschen aus Kobanê, die für das Leben, für die Welt und für die Menschheit gegen die Dunkelheit gekämpft haben, heute einem möglichen Völkermord gegenüber. Dennoch leisten sie weiterhin Widerstand – mit den geringsten verfügbaren Mitteln. Der türkische Staat und die Übergangsregierung der HTS bombardieren die Dörfer rund um Kobanê schwer. Zu diesen Dörfern haben wir keinen Kontakt mehr; was dort geschieht, weiß niemand. Die Grausamkeit und Brutalität, die sich im Umland von Kobanê abspielen, sind herzzerreißend.
Wenn ein Dorf überfallen wird, wird zuerst der Internetzugang gekappt und Telefone werden beschlagnahmt. Finden sie auf den Telefonen auch nur die geringsten Anzeichen einer Zusammenarbeit mit der Selbstverwaltung, werden die Menschen brutal massakriert. Auch wir sind größtenteils von der Außenwelt abgeschnitten. Deshalb hoffen wir und rufen dazu auf, dass alle demokratischen und friedliebenden Menschen, alle, die während des Widerstands 2014 an der Seite Kobanês standen, nicht schweigen und sich weltweit Gehör verschaffen.
Wir in Kobanê rufen so laut wir können – doch offenbar werden wir nicht gehört.
4.000 unserer Kämpfer:innen aus Kobanê gaben ihr Leben, um die Menschheit zu verteidigen (gegen den IS). Wir haben niemanden angegriffen. All unsere Bemühungen galten dem Frieden unserer Völker und der Nachbarländer.
Leider sehen wir heute, dass abgesehen von unseren eigenen Kräften und unseren jungen Menschen, die sich im Rahmen der Generalmobilmachung verteidigen, sich nur wenige sich laut an unsere Seite stellen. Wir sind Massakern und einem Genozid ausgesetzt. HTS- Kämpfer veröffentlichen ständig Videodrohungen, in denen sie ankündigen, die Menschen in Kobanê zu enthaupten.
Die Welt weiß, wer Kobanê ISIS besiegt hat.
Die Bevölkerung von Kobanê hat das dunkle Projekt des Islamischen Staates zum Scheitern gebracht. Doch heute sehen wir nur noch wenige von denen an unserer Seite, die einst behauptet haben, solidarisch mit der Bevölkerung von Kobanê zu sein.
Als Bevölkerung von Kobanê haben wir entschieden: Wir werden Widerstand gegen den Genozid leisten. Wir werden uns, unsere Familien und die Errungenschaften unserer Revolution verteidigen.
Wir rufen alle erneut dazu auf, an der Seite der Menschen in Kobanê zu stehen, Solidarität zu zeigen und Öffentlichkeit herzustellen.
Das Schweigen um uns herum ist schlimmer als der Tod selbst. Schweigt nicht! Co-Bürgermeisterin und Co-Bürgermeister von Kobanê Emîna Wêso und Fewaz Ehmed, Kobanê, 20.01.2026“