Sonntagabend steht für viele in Deutschland im Zeichen des Tatorts. Während dieser pausiert , wollen wir auf einen realen, bis heute ungelösten Tatort blicken: Shark Island in Namibia. Dort errichtete die deutsche Kolonialmacht ein Konzentrationslager, in dem tausende Nama und Ovaherero ermordet wurden. Dieser erste Genozid des 20. Jahrhunderts ist bis heute von Deutschland nicht vollständig anerkannt.
Auf Shark Island campen Tourist:innen, während unbestattete Gebeine im Boden ruhen. Nun droht zudem ein Wasserstoff-Megaprojekt den Ort der Erinnerung zu vernichten – um deutsche Wirtschaftsinteressen zu bedienen.
Medico International zeigt den Film Shark Island von Forensic Architecture, der die koloniale Gewaltlandschaft in einer eindrucksvollen politischen Ästhetik zum Leben erweckt. Im Anschluss sprechen Sima Luipert (Nama Traditional Leaders Association) und Mark Mushiva (Forensic Architecture/Forensis) über den anhaltenden Kampf um Gerechtigkeit. Die Moderation übernimmt Melika Foroutan.
Wir laden euch ein zum Livestream in der Zentrale des Velokuriers Freiburg – für eine kritische Auseinandersetzung mit kolonialer Gewaltgeschichte und der Rolle Deutschlands, das koloniale Verbrechen bis heute nicht anerkennt und koloniale Kontinuitäten fortschreibt.
