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In deiner Stadt ist es immer bewölkt, und oft fühlt es sich an, als käme gleich ein Gewitter. Aber es passiert nichts! Nervös böht der Wind, ein Wetterleuchten am Horizont, dramatische Wolkenformationen am Himmel, aber es löst sich kein einziger Tropfen. Diese Musik gedeiht auf bröckligem Beton, zum Beispiel auf einem alten Industriegelände, in den Pfützen auf dem Vorplatz schillern die Schlieren  – aber wann hat es eigentlich das letzte Mal geregnet? Auf rostigen Fahrrädern kommen die anderen Bandmitglieder angeritten, dann steigt ihr hinab, der Proberaum war früher ein Kohlenkeller. Das macht nichts, denn alle tragen schwarz, und man vergisst nicht, was es heißt im fossilen Kapitalismus zu leben. Alle deine Freund*innen arbeiten in toxischen Beschäftigungsverhältnissen und sie sprechen über den bedauernswerten Zustand von fast allem, und darüber, wie verlogen in dieser Gesellschaft damit umgegangen wird. Alle haben issues, aber sie sind auch hinreichend reflektiert. Es gibt genug Gründe um traurig zu sein, aber du bist vor allem wütend – und so entsteht Screamo, in solchen Hirnen und Herzen. Wo Screamo keimt wird nichts überspielt, hier wird, wie deutsche Feuilletonheinis gern schreiben, ‚der Finger in die Wunde gelegt‘ und ohne Hemmung herausgeschrien, was alles beschissen läuft. Und von beschissen laufenden Dingen gibt es bekanntlich derzeit mehr als genug – es wären gute Zeiten für Screamo, aber die Pflänzchen machen sich ein bisschen rar. Doch die, die es gibt, klopfen sich in den Schreipausen ermutigend auf die Schulter, denn Musik ist wichtig um klarzukommen, und es geht um Freundschaft und geile d.i.y. shows – so wie die am 14. Juni. Und wenn du wieder hochsteigst aus dem Kohlenkeller, vom Schreien verschwitzt, die Nasenlöcher rußumrandet, spürst du ein bisschen Elektrizität in den Haarspitzen und denkst dir: auch wenn jetzt Apokalypse ist, werd ich immer noch zu einem d.i.y.-Konzert gehen. Seafood shows mussten sich selbst eine Erinnerungskrücke bauen und fühlen sich ein bisschen nostalgisch, und jetzt ist sie da, die HC/Screamo-Matinee.

Mit dabei sind Flirt aus Leipzig. Wir kennen sie, weil ein paar von ihnen bei Tiger Magic waren – in der vorpandemischen Ära waren sie öfter zu Besuch und jetzt kommen sie endlich wieder vorbei, aus dem fernen Leipzig.

Bandcamp: https://xflirtx.bandcamp.com/album/flirt

Reinhörtipp: overdubbing

record stop rewind repeat

Ein lokales Screamo-Gewächs sind Increase aus Freiburg. Angeblich spielen sie gerade an jeder Steckdose in dieser Stadt, und jetzt endlich auch bei uns! Sind es die 1980er? Ist es die Zukunft? Hört selber! https://increase1.bandcamp.com/track/talk-about

Reinhörtipp: Talk About

Rauchfrei während des Konzerts

Early show, pünktlich sein

Eine HC/Screamo-Matinée
Type of Event
Organization