TheaterFISTung

Friedrichstraße 39
79098 Freiburg im Breisgau
Deutschland

Es ist ein Riss durch die Gesellschaft: Zwischen Präimplantationsdiagnostik, Frühförderung und dem zwanghaft-sentimentalen Blick auf die „süßen Kleinen“. Wie machen wir unsere Kinder zukunftsfähig? Wie können wir, die guten Eltern, die anderen Eltern von unserer Familienidylle überzeugen?
Die Idealtypen unserer Gesellschaft treffen sich im ICE. Da beginnt das Schreien der Kinder. Kurzerhand entfachen sich alle denkbaren Diskussionen, Anschuldigungen und unfaire Zuschreibungen zwischen frischen, alten, abgedankten, permissiven, autoritären, anwesenden und abwesenden Eltern, selbst mit denen, die keine Eltern sein wollen. Nach einem Zugunglück findet sich die Zwangsgemeinschaft in einem Hotel wieder, wo ihnen ein emotional aufgeladenes Kind alles abverlangt. Vom Kinderspielplatz im Industriegebiet müssen sie weiter in die Notfallaufnahme und schließlich zum Kinderarzt. Getrieben vom Wunsch ihr eigenes Ansehen zu wahren, sticheln und stechen sie, während sie zugleich unter dem Terror der Kindererziehung drohen zu zerbrechen.

Kathrin Röggla kreiert humoristisch auf der Bühne einen Ort, um sich mit den aktuellen Erziehungs- und Rollenmodellen auseinanderzusetzen. In „Kinderkriegen 4.0“ wird der Wahnwitz, die Schattenseiten und das Skurrile des modernen Elternseins beleuchtet. Dabei darf alles auf die Bühne – nur keine Kinder.

Zur Inszenierung:

Mit *Kinderkriegen 4.0* bringt die Inszenierung von Kathrin Rögglas Theater eine ebenso turbulente, wie vielschichtige Komödie auf die Bühne, die sich mit großer Spielfreude den Bildern, Erwartungen und Zuschreibungen dem modernen (nicht-)Elternsein widmet. Dabei entsteht kein naturalistisches Abbild der Wirklichkeit, sondern eine künstlerische Umsetzung, die mit Überzeichnung, Tempo und Verdichtung arbeitet.

Im Zentrum steht ein Ensemble aus sieben Figuren, die scheinbar vertraute Rollenbilder aufgreifen und sie zugleich hinterfragen, verschieben und neu zusammensetzten. Die Inszenierung spielt mit diesen Stereotypen und lässt hinter der komödiantischen Oberfläche individuelle Handlungen, Brüche und Eigenheiten der Figuren hervortreten. Eine besondere Ebene eröffnet der neunköpfige moderne Theater-Chor, der das Bühnengeschehen kommentiert und pyromanisch eingreift. In eigenen Szenen entwickelt der Chor eine parallele Erzählung, die sich mit dem Spiel der Figuren verschränkt.

Die Inszenierung lebt von schnellen Szenenwechseln und kraftvollen Bildern. So entsteht ein vielstimmiger Theaterabend, der zwischen Beobachtung und Zuspitzung, Distanz und Beteiligung oszilliert.

Beginn: 19:30 Uhr
Einlass: 19:00 Uhr
Der Einlass nach Beginn ist nicht möglich.

Wo?
TheaterFISTung: Friedrichstraße 39, 79098 Freiburg, Rektoratsgebäude der Universität Freiburg, rechter Seiteneingang.
Vier Treppen nach bis zum Saal. Empore berollbar. Bitte mit Rollstuhl vorher melden, extra Eingang nötig

Dauer: 105 Minuten + 15 min Pause

7€ normal, 5€ ermäßigt (Bürgergeld-Beziehende, Studierende, Schüler*innen, Sozialhilfe, etc.)

Barrieren:

- nur teilweise und erschwert berollbar: Empore ist berollbar. Gerne vorher einmal kurz melden bei "kontakt@mundwerk-theaterkollektiv.de".  Vor Ort werden in jedem Fall Hausmeister/Security der Universität sein, die dann die Treppenlifte bedienen und unterstützen.

- kein Rückzugsraum, aber verlassen des Raums und Gebäudes jederzeit möglich.

- Themenwarnungen: Abtreibung, unerfüllter Kinderwunsch, Fehlgeburten, Todgeburten und Kindstötung.

 

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