Am 8. Mai 1945 endete mit dem militärischen Sieg der Anti-Hitler-Koalition über den NS-Staat das faschistische Regime in Deutschland. Knapp 81 Jahre danach, am 8. März 2026, erzielte die AfD bei der Landtagswahl in Baden- Württemberg rund 20 Prozent der Stimmen.
Hierzulande wählte also fast jede*r Fünfte eine Partei, die völkischen Nationalismus als Richtlinie im politischen Alltag verankern will.
Ein alarmierendes Signal, auch wenn der Stimmenzuwachs absehbar war: Wir erleben seit Jahren eine Politik, die auf Herausforderungen mit Symbolpolitik, parteitaktischen Machtspielen oder erschreckender Orientierungslosigkeit reagiert. Regierede Politiker haben keine überzeugenden Antworten auf drängende Fragen wie steigende Lebenshaltungskosten, Wohnungsnot oder soziale Schieflagen. Die Folge sind Abstiegsängste und gesellschaftliche Spaltung – und ein Vakuum, in dem sich die AfD als angebliche Alternative inszenieren kann.
Sie konnte auch deshalb so stark werden, weil andere Parteien ihre Narrative aufgegriffen oder übernommen haben. Wer rechte Schlagworte reproduziert und politische Konflikte auf Kosten von Minderheiten austrägt, normalisiert rassistische Debatten und trägt so zum Erfolg einer rechtsextremen Partei bei.
Jenny Haas und Wolfgang Achnitz vom Bündnis “Aufstehen gegen Rassismus“ Offenburg haben nun das Buch „Völkischer Nationalismus – Notizbuch aus der Provinz“geschrieben. Darin beschäftigen sie sich ausführlich mit den Methoden und Strategien der Partei – und mit den jahrelangen Versäumnissen im offiziellen politischen und medialen Diskurs, der die Hetze der Demokratiefeinde schleichend normalisierte. Auf Einladung der VVN-BdA bringt Jenny Haas das Buch nach Freiburg – zur Lesung und Diskussion.