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Do, 09.04.2026, 20 Uhr
Till Ten Bar
Christine Litz
Sichtbarkeit allein genügt nicht. Die (Wieder-)Entdeckung von Künstlerinnen der Moderne in der Sammlung des Museums für Neue Kunst am Beispiel von Marta Kuhn-Weber

Erst hundert Jahre ist es her, dass Frauen in Deutschland der Zutritt zu Kunstakademien im Zuge der allgemeinen rechtlichen Gleichstellung im Jahr 1919 erlaubt wurde. Noch 1989 provozierte die feministische Aktionskünstlerinnengruppe Guerilla Girls mit der Frage, ob Frauen nackt sein müssten, um Zugang zum Museum zu bekommen und spielte so darauf an, dass Frauen in der Kunstgeschichte oft nur als Muse oder (Akt-)Modell Raum zugesprochen bekamen. Auch wenn sich seitdem das Bewusstsein für die Thematik geschärft hat, so sind Werke von Künstlerinnen in öffentlichen Sammlungen noch immer untervertreten.

Welche Rolle spielen Museen bei der Sichtbarmachung historischer Lücken – besonders in Bezug auf vergessene Künstlerinnen? Dr. Christine Litz spricht über die sammlungspolitische Praxis des Museums für Neue Kunst und die bewussten Entscheidungen, marginalisierte Positionen in die museale Erinnerung zu integrieren.

Die Veranstaltung thematisiert das Sammeln als Akt der Sichtbarmachung und stellt Fragen nach kuratorischer Verantwortung, kunstgeschichtlichem Kanon und Gerechtigkeit im musealen Kontext. Im Fokus steht die Künstlerin Marta Kuhn Weber (1903–1990), von der das Museum 36 Puppen, mehrere Fotografien und Keramiken für die Sammlung erworben hat.

Christine Litz ist Kunsthistorikerin und derzeit Direktorin des Museums für Neue Kunst, Freiburg. Sie ist spezialisiert in moderner und zeitgenössischer Kunst und hat u.a. für das Museum Ludwig, Köln, skulptur projekte münster und die dOCUMENTA (13) in Kassel gearbeitet. Sie beschäftigt sich mit den Funktionen, Verantwortlichkeiten und Möglichkeiten der Institution Museum.

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