Die ungewöhnlichen Abenteuer des Mr. West im Lande der Bolschewiki

Wo:KoKi
Wann:31.10.17 um 19:00 Uhr
Was:kultur
Kurz:Im Rahmen der Russischen Kulturtage 2017 Spurensuche: 100 Jahre Russische Revolution

Revolution als Zirkusnummer! In Lew Kuleschows überdrehter Komödie reist ein reicher Amerikaner nach Moskau und nimmt – beunruhigt durch Comics, die die Bolschewiki als fellbehangene Wilde darstellen – zu seinem Schutz den Cowboy Jeddy mit. Eine Gruppe komischer Ganoven durchschaut ihn und inszeniert für ihn das erwartete Szenario roter Barbarei. Am Ende wird der ausgeplünderte Mr. West durch Kommissare befreit, die geradewegs den Agit-Comics entsprungen scheinen. Die mitreißende Parodie wimmelt von kuriosen Kostümen, roten Banditen mit großen Schnurrbärten, schwindelerregender Akrobatik, Verfolgungsjagden in Moskaus Straßen, Kämpfen auf den Dächern.

Regie: Lew Kuleschow | UdSSR 1924
Musikalische Begleitung: Thomas Wenk mit Quartett. Einführung: Jörg Schöning (CineGraph Hamburg)

Im Rahmen der Russischen Kulturtage 2017
Spurensuche: 100 Jahre Russische Revolution

Vor 100 Jahren, im Oktober 1917, begann mit dem Sturm auf das Winterpalais in St. Petersburg die Russische Revolution. Das Kino nahm sich des Themas »Revolution« rasch an und zeigte allzu gern, wie der reformunfähige Zarenstaat seit der Revolte von 1905 und der Februarrevolution 1917 erodierte. Aber das Sowjetische Kino ist immer auch ein Kino der Utopie gewesen, das die Konstruktion eines anderen Lebens und des Neuen Menschen zeigte, vorzugsweise in Komödien. Doch wenn es ein Kino gibt, das weniger die Realität als das Imaginäre eines Landes zeigte, dann ist es das sowjetische gewesen.

Die Filmreihe demonstriert die künstlerische Innovationskraft, Suggestivität und internationale Ausstrahlung des frühen sowjetischen Films. Einführende Vorträge durch Historiker/innen und Filmfachleute, verbunden mit Diskussionen, werden die künstlerische Bedeutung der Werke erläutern, daneben aber auch die Filme in die politischen Kontexte ihrer jeweiligen Entstehungszeit einordnen.
Vier Stummfilme des Programms werden mit Live-Musik präsentiert. Gezeigt werden seltene 35 mm-Archiv-Kopien sowie aktuelle digitale Restaurierungen aus dem Österreichischen Filmmuseum (Wien), der Deutschen Kinemathek (Berlin), dem Filmmuseum München, der Kinemathek Hamburg und dem Bundesarchiv Filmarchiv Berlin.

MIT BEGLEITAUSSTELLUNG: »IMMER VORAN!« FILMPLAKATE DER RUSSISCHEN AVANTGARDE
28.10.-23.11.2017, 27.10. 18:00 Uhr: Vernissage mit Empfang und Eröffnung des Filmprogramms